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Schlaganfall trifft immer häufiger jüngere Menschen

Freitag, 9. Mai 2014

Mainz/Tübingen – Immer häufiger sind jüngere Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Darauf hat die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Kranken­kasse (TK) anlässlich des bundesweiten Tages gegen den Schlaganfall am 10. Mai hingewiesen. Die TK bezieht sich hierbei auf eine aktuelle Auswertung der Global-Burden-of-Disease-Studie, welche sich weltweit mit den Ursachen und der Sterblichkeit von Erkrankungen befasst.

Der TK zufolge ist die Sterblichkeit aufgrund eines Schlaganfalls in den vergangenen 20 Jahren erheblich zurückgegangen, allerdings sei die Zahl der Vorfälle bei jüngeren Menschen angestiegen. So wurden 2012 in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern mehr als 400 Patienten, die jünger als 45 Jahre alt waren, wegen eines Schlaganfalls behandelt. Bundesweit gingen sogar mehr als 10.000 stationäre Aufenthalte in dieser Altersgruppe auf einen Apoplex zurück.

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„Die Tatsache, dass zunehmend Menschen in der Lebensmitte von einem Schlaganfall betroffen sind, sehen wir als Folge dessen, dass sich ja auch Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes in immer früheren Lebensjahren manifestieren", betont Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung.

Ursachen dafür seien insbesondere die klassischen Risikofakten einer Wohlstands­gesellschaft wie zu wenig Bewegung, Fehlernährung und Stress, so die TK-Landes­vertretungsleiterin. „Deshalb ist es nicht nur wichtig, Erkrankungen wie einen erhöhten Blutdruck und Diabetes frühzeitig zu behandeln, auch die Prävention darf nicht vernachlässigt werden“, machte Bodemar deutlich.

Rehabilitation der Armmotorik bei Schlaganfallpatienten verbessern
Darüber hinaus wollen die Neurologische Uniklinik und das Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung in Tübingen gemeinsam mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und der Popakademie Baden-Württemberg mit einer neuen Therapie die Rehabilitation der Armmotorik bei Schlaganfallpatienten verbessern. Dafür wollen die Wissenschaftler den Umstand nutzen, dass Armbewegungen von Schlaganfallpatienten in Musik umgesetzt und so hörbar gemacht werden können.

Den Institutionen zufolge wird das Wiedererlernen von gezielten Armbewegungen nach einem Schlaganfall bisher mit Methoden erreicht, bei denen die Kontrolle primär über das Sehsystem erfolgt. Nach Aussage der Wissenschaftler belegen dagegen aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse, dass Bewegungen durch eine Kombination verschiedener Sinneswahrnehmungen wie Hören, Sehen und Körperwahrnehmung, gesteuert werden.

„Daher sollte sich die Effizienz von motorischen Therapie- und Lernprozessen über die erweiterte Einbindung von musikalischen Stimuli in die Bewegungswahrnehmung deutlich steigern lassen“, sagte Ulf Ziemann, Vorstand am Hertie-Institut für klinische Hirn­forschung (HIH) und Ärztlicher Direktor, der Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt neurovaskuläre Erkrankungen, Universitätsklinikum Tübingen. Durch einen Schlaganfall verloren gegangene Bewegungsmuster ließen sich mit musikalischer Unterstützung demnach schneller und zuverlässiger neu erlernen, so die Idee.

Hilfe mit Bewegungssensoren
Erreicht werden soll dies mit Hilfe von Bewegungssensoren, die an Ober- und Unterarmen angebracht werden. Armbewegungen des Patienten werden von ihnen registriert. Die Daten werden in Echtzeit an einen Computer übertragen und von diesem in Töne umgesetzt. Dieses „Bewegungssonifikation“ genannte Verfahren ermögliche es dem Patienten, eigene Klänge oder ganze Melodien durch seine Bewegungen zu „komponieren“, so die Wissenschaftler.

Je nachdem wie die Probanden den Arm bewegen, ändert sich die Tonhöhe und die Klangpositionierung. Dadurch lerne der Betroffene, seinen Arm besser zu kontrollieren, mit den Bewegungen musikalische Spannung und Entspannung zu erzeugen und damit kreativ zu komponieren. © hil/aerzteblatt.de

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