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Politik

Neubewertung des Mammo­graphie-Screenings gefordert

Freitag, 9. Mai 2014

Berlin – Das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) hat angeregt, den Nutzen und Schaden des Mammographie-Screenings neu zu bewerten. In diesem Zusammenhang sei es nötig, dass die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger einen öffentlichen Diskurs starten.

Dem DNEbM zufolge gäbe es „beunruhigende“ wissenschaftliche Ergebnisse aus den letzten Jahren, die einen Nutzen des Mammographie-Screenings infrage stellen und den bisher unterschätzten Schaden des Screenings deutlich machen. „Reaktionen auf politischer Seite seien bisher ausgeblieben“, konstatierte die DNEbM-Vorsitzende Gabriele Meyer.

Laut Netzwerk sind die Gründe für das „kollektive Schweigen in Deutschland“ vielfältig: „Eine Hauptursache liegt jedoch in den immer noch vorherrschenden Fehlein­schätzungen und Trugschlüssen der Bevölkerung zum Nutzen und Schaden des Mammographie-Screenings“, so Ingrid Mühlhauser, Sprecherin des DNEbM Fachbereichs für Patienteninformation.

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Ihr zufolge bestätigen aktuelle Untersuchungen, dass Frauen in Deutschland den Nutzen des Screenings massiv überschätzen und den Schaden teils gar nicht kennen oder deutlich unterschätzen. Die Informationsprozesse im deutschen Screening-Programm seien nicht geeignet, den Frauen informierte Entscheidungen zu ermöglichen.

Deshalb appellierte das DNEbM nachdrücklich an die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger: „Bürger in diesem Land haben das Recht, verständlich und nachvollziehbar über die zu erwartenden Effekte des Screenings informiert zu werden und auch natürlich über die Gründe, das Screening weiterzuführen oder aber einzustellen“, so Meyer und Mühlhauser. Auch die Kostenimplikationen des Programms seien offen zu legen. © hil/aerzteblatt.de

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Santine
am Donnerstag, 5. Juni 2014, 11:48

Es ist auch an der Zeit, dass

das Mammografie Screening Programm neu konzipierte wird. Die Art der Einladung und die Aufklärung über Nachteile der Mammografie Untersuchung sollten überarbeitet bzw. ergänzt werden. Man erhält - zumindest hier in Berlin Schöneberg - eine Einladung mit festem Termin. Dabei werden selbstverständlich die Vorteile hervorgehoben. Die Nachteile nur so en passant erwähnt. Der Tenor des Schreibens geht in die Richtung "sanfter Druck". Der Hinweis auf die Mitnahme der Kran­ken­ver­siche­rungskarte und die Kostenübernahme durch die Kasse suggerieren, dass dies offenbar die einzige Möglichkeit ist, eine Mammografie zu erhalten bzw. gar, dass man bei Nichtteilnahme Probleme mit der Kasse z.B. bei späterer Behandlung einer Brusterkrankung wegen Nichtteilnahme. Nimmt man diesen Termin nicht wahr, dann erhält man einige Wochen später eine zweite Einladung. In dieser wird schon im ersten Satz betont, dass man schon vor Kurzem eingeladen hätte, dann wird nochmals die Altersgruppe erwähnt und dann kommt: deshalb laden wir Sie nochmal ein. Danach folgen ausschliesslich positive allgemeine Aussagen zur Mammografie. Das war es. Auf Anfragen mündlich und schriftlich zu dieser Art von verschärftem Druck reagieren die Damen äußerst genervt und gereizt. Derartige Schreiben und auch die Mitarbeiterinnen der Mammografie Screening Stelle animieren nicht gerade dazu, sich dem Prozedere Mammografie - wobei sich das Für und Wider wohl die Waage hält - auszusetzen. Berichte von Frauen, die die kühle Massenabfertigungsatmosphäre in den Screening Zentren kritisieren, die mit nochmaligen Einladung aufgrund eines verdächtigen Befunds konfrontiert und allein gelassen werden, bestärken in der Ablehnung derartiger Screening Programme. Wieso kann ich nicht zu einem Arzt meines Vertrauens gehen? Bisher war ich z.B. bei einem Röntgenarzt, der sich Zeit für Untersuchung, Mammografie, Ultraschall und Befund nahm. Das Ergebnis sah sich dann der Gynäkologe nochmals an. Wenn im Mammografie Screening damit geworben wird, dass zwei erfahrene Spezialisten die Röntgenbilder betrachten, dann lässt sich der Schluss ziehen, dass die übrigen Spezialisten, Gynäkologe und Röntgenärzte, keine Ahnung haben? Das wäre schlimm!! Ausserdem besteht doch in Deutschland freie Arztwahl. Warum soll ich nun in ein Centrum mit Ärzten, zu denen ich keinen Bezug, kein Vertrauen habe? Nach einem positiven Befund darf ich dann zu meinem Arzt gehen, der dann Weiteres veranlasst?!
LNS

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