NewsVermischtesDatenschutz: Orientierungshilfe Krankenhausin­formationssysteme aktualisiert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Datenschutz: Orientierungshilfe Krankenhausin­formationssysteme aktualisiert

Dienstag, 13. Mai 2014

Berlin/Köln ­- Im Rahmen der 81. Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder wurde im Jahr 2011 eine Orientierungshilfe zum Thema „datenschutz­gerechter Einsatz von Krankenhausinformationssystemen“ verabschiedet. Anfang April 2014 haben die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz des Bundes, der Länder und der Kirchen jetzt die überarbeitete zweite Version dieser Orientierungshilfe Krankenhausinformationssysteme (OH KIS) veröffentlicht.

Bei Verstößen gegen das Datenschutzrecht können die Aufsichtsbehörden ein Bußgeld gegenüber einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus verhängen. So muss etwa zu jedem Fernwartungsvertrag ein sogenannter Auftragsdatenverarbeitungsvertrag (ADV-Vertrag) abgeschlossen werden.

Dieser regelt  die datenschutzrechtlichen Anforderungen zwischen den Vertragsparteien. Wurde dieser ADV-Vertrag nicht oder nicht gesetzeskonform abgeschlossen, kann die Aufsichtsbehörde ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro verhängen. Ein kleineres Kran­ken­haus hat in etwa 20 Fernwartungsverträge (CT, Sonografie-Gerät, KIS, PACS etc.). In einem größeren Universitätsklinikum ist mit mehr als 150 Fernwartungs-Verträgen zu rechnen.

Anzeige

Sollte die Aufsichtsbehörde bei ADV-Verstößen „nur“ 10.000 Euro Bußgeld je unzu­lässigem Fernwartungsvorgang verhängen, können schnell Bußgelder in der Größen­ordnung von 200.000 bis 1.500.000 Euro entstehen. Die gleiche Regelung gilt auch für Arztpraxen. Derartig hohe Bußgelder können bei Arztpraxen gegebenenfalls sogar existenzbedrohend sein.

Daher ist es für Einrichtungen im Gesundheitswesen wichtig, sich mit der OH-KIS auseinanderzusetzen, da hier die Aufsichtsbehörden darlegen, wie sie die daten­schutzrechtlichen Vorschriften interpretieren. Somit wissen die Verantwortlichen, auf welche Fragen sie sich einstellen müssen.

Die Arbeitsgruppe „Datenschutz in Gesundheitsinformationssystemen“ der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) hat eine Stellungnahme und eine Kommentierung zur OH-KIS veröffentlicht. Darin werden alle Punkte der OH KIS angesprochen, so dass die Kommentierung den Verantwortlichen in den Gesundheitseinrichtungen bei einer Interpretation der OH KIS bezüglich der eigenen Einrichtung wertvolle Hinweise geben kann.

Zusätzlich wurde eine Synopse erstellt, in der die einzelnen Punkte der OH KIS von Version 1 und Version 2 gegenübergestellt werden. Hierdurch lassen sich relevante Änderungen leichter entdecken. Weiterhin wurden die Anforderungen der OH KIS in eine Excel-Tabelle in Form einer Checkliste übertragen. Ein Informationssystem kann mit dieser Tabelle auf die Erfüllung der Anforderungen der OH KIS überprüft werden. Somit kann man sich auf einen Besuch der Aufsichtsbehörden optimal vorbereiten. © BS/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2019
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will den Medikationsplan vereinheitlichen und mit einer Referenzdatenbank hinterlegen. Das geht aus einer Ergänzung zum Digitale-Versorgung-Gesetz
Referenzdatenbank für Medikationsplan geplant
23. Mai 2019
Mainz – Rheinland-Pfalz will den Einsatz von telemedizinisch geschulten Mitarbeitern in Hausarztpraxen fördern. „Mit dem Projekt ‚Telemedizin-Assistenz‘ wollen wir die Versorgung der Patienten weiter
Rheinland-Pfalz will Telemedizin-Assistenz fördern
23. Mai 2019
Bochum – Lob und Kritik an dem Referentenentwurf des Gesetzes für eine verbesserte Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung Gesetz, DVG) hat das ZTG Zentrum für Telematik
Angedachte Honorarkürzung für Praxisinhaber ohne TI stößt auf Kritik
22. Mai 2019
Berlin – Die digitale Gesundheit ist kein Produkt „made in Germany“. Das hat Roland Eils, Experte für biomedizinische Informatik, Genomik und personalisierte Medizin, bei der Eröffnung des
Datenschätze sollten für Versorgung und Forschung nutzbar sein
22. Mai 2019
München – Die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) hat bei den Ärzten in Bayern einen schweren Stand. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV) unter 17.000 niedergelassenen
Viele Ärzte in Bayern verweigern sich der Tele­ma­tik­infra­struk­tur
21. Mai 2019
Berlin – Die elektronische Patientenakte (ePA), die von 2021 an für jeden Patienten in Deutschland zur Verfügung stehen soll, wird zunächst eine entscheidende technische Einschränkung haben. Anders
Elektronische Patientenakte soll zunächst mit eingeschränkten Patientenrechten kommen
21. Mai 2019
Berlin – Die Arbeitsgruppe Digitalisierung und E-Health der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und Gestaltung (GVG) hat in einem neuem Positionspapier umrissen, wie digitale Innovationen in
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER