NewsMedizinNurses Health Study: Kein kardiovaskuläres Risiko durch Kalziumpräparate
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Nurses Health Study: Kein kardiovaskuläres Risiko durch Kalziumpräparate

Dienstag, 13. Mai 2014

Boston – Kalzium-Supplemente scheinen einer retrospektiven Auswertung der Nurses Health Studie zufolge das kardiovaskuläre Risiko nicht zu erhöhen. Die Forscher um Julie Paik vom Brigham and Women's Hospital berichten ihre Ergebnisse in Osteoporosis International (http://dx.doi.org/10.1007/s00198-014-2732-3).

Das kardiovaskuläre Risiko durch die Einnahme von Kalziumpräparaten wird in vielen Studien äußerst heterogen bewertet. Die Forscher der Studie berichten, dass zwar einige Metaanalysen eine Erhöhung des Herzinfarktrisikos um bis zu 27 Prozent fanden, jedoch in anderen kein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Supplementen und dem kardiovaskulären Risiko nachgewiesen wurde. Die Studien konnten diese möglichen Zusammenhänge jedoch nur für Kalzium-Supplemente darlegen, während das Kalzium aus der Nahrung unproblematisch schien.

Die Forscher zogen für ihre Analyse die Ergebnisse der Nurses Health Study heran. Diese Kohortenstudie ist eine der größten Datenquellen zu Auswirkungen des Lebensstils auf die Gesundheit von Frauen in den USA. Die Forscher analysierten die Daten von 74.245 Krankenschwestern, die zwischen 1984 und 2008 die zweijährlichen Befragungen zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten beantworteten. Zu Beginn der Befragung war keine der Teilnehmerinnen kardiovaskulär vorerkrankt.

Anzeige

Während der 24-jährigen Beobachtungszeit ereigneten sich in der Kohorte 4.565 kardiovaskuläre Ereignisse, davon 2.709 Myokardinfarkte und 1.856 Schlaganfälle. Teilnehmerinnen die zusätzliches Kalzium in Form von Tabletten aufnahmen (>1000mg/ Tag) rauchten weniger, waren körperlich aktiver und hatten eine gesündere Ernährung.

In der multivariaten Regressionsanalyse, die diese und andere Risikofaktoren als Einflussgrößen ausschloss, fanden die Forscher bei zusätzlicher Kalziumeinnahme ein relatives Risiko von 0,82 (p= <0.001) für alle kardiovaskulären Ereignisse. Für koronare Ereignisse betrug das relative Risiko 0,72 (p= <0.001), während es für Schlaganfälle 1,03 (p for trend= 0.61) betrug. In der Subgruppenanalyse war das relative Risiko für Frauen, die keine Hypertonie hatten, nicht rauchten und regelmäßig zum Arzt gingen, vergleichbar.

Die Forscher konnten mit ihre Studie keine nachweisbare Risikoerhöhung durch die Kalziumpräparate feststellen. Der scheinbar protektive Charakter der Kalziumtabletten sei jedoch nicht überzubewerten, da eine Kohortenstudie weitere mögliche Einfluss­faktoren nicht in all ihren Dimensionen erfassen könne, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. August 2019
Berlin – Nach der Aktualisierung der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) zur chronischen koronaren Herzkrankheit (KHK) hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) jetzt auch die
Patientenleitlinie zur chronischen koronaren Herzkrankheit aktualisiert
7. August 2019
Löwen – Der nächtliche Blutdruck war neben dem 24-Stundendurchschnittswert in einer internationalen Langzeitstudie der wichtigste Risikofaktor für künftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder den Tod des
Langzeitstudie bestätigt prognostische Bedeutung des nächtlichen Blutdrucks bei Hypertonie
31. Juli 2019
Paris – Lohnt es sich für einen über 75-jährigen Patienten noch, den Cholesterinwert mit Statinen zu senken, um sich vor dem Fortschreiten der Atherosklerose zu schützen, deren Folgen er ohnehin nicht
Absetzen von Statinen könnte Herz-Kreislauf-Risiko von über 75-Jährigen erhöhen
29. Juli 2019
Köln – Für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder mit akutem Koronarsyndrom (ACS) ist die präventive Gabe eines Statins plus dem Resorptionshemmer Ezetimib vorteilhafter als die Gabe
Herzkranke profitieren von Kombinationsbehandlung Statin plus Ezetimib
9. Juli 2019
Kopenhagen – Ein Entwurf der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mit Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en rät, wenige gesättigte Fettsäuren zu essen und sie durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Laut
Zweifel an Empfehlungen zur Reduktion gesättigter Fettsäuren
28. Juni 2019
Düsseldorf – Bei der Versorgung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Synkope sieht die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK) eine dramatische
Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Synkope unzureichend versorgt
24. Juni 2019
London – Bei Patienten mit stabiler Angina aber einem erhöhten Herzinfarktrisiko kann eine Perfusionsanalyse mit der Magnetresonanztomografie (MRT) eine behandlungsbedürftige Koronarstenose genauso
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER