NewsÄrzteschaftNeuer Vertrag für Patienten mit Niedrigrisiko-Prostata­karzinom in Berlin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neuer Vertrag für Patienten mit Niedrigrisiko-Prostata­karzinom in Berlin

Dienstag, 13. Mai 2014

Berlin – Einen Vertrag zur Versorgung von Patienten mit einem Niedrigrisiko-Prostata­karzinom haben in Berlin der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin mit der AOK Nordost geschlossen. Er soll besonders das sogenannte Active Surveillance unterstützen, also die aktive Beobach­tung. „Nicht immer muss bei Prostatakrebs sofort eine Operation oder Bestrahlung erfolgen. Die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom sieht auch die aktive Beobachtung als Behandlungsoption vor“, erläutert der BDU-Präsident Axel Schroeder.

Gerade bei älteren Männern mit einem nicht aggressiven Karzinom sei die Chance sehr hoch, dass sie trotz der Krebserkrankung ein normales Leben ohne Beschwerden und Einschränkungen führen könnten. Die aktive und engmaschige Überwachung des Tumors stelle aber sicher, dass Arzt und Patient bei Veränderungen schnell adäquat reagieren könnten.

Anzeige

Der neue Vertrag nach Paragraf 73c des fünften Sozialgesetzbuches sieht zunächst ein ausführliches Gespräch vor, in dem der Arzt über alle infrage kommenden Therapie­möglichkeiten aufgeklärt und dem Patienten Vor- und Nachteile der Active-Surveillance-Methode erläutert. Wenn der Patient seine Teilnahme erklärt, wird er einmal im Quartal zur Untersuchung des PSA-Wertes und einem anschließenden Gespräch eingeladen. „Wir werten den Versorgungsvertrag als einen Erfolg für die sprechende Medizin“, sagte der Vorsitzende des Berliner BDU-Landesverbandes, Peter Kühne, der die Verhandlungen für den BDU maßgeblich begleitet hat.

„Der Arzt soll sich genug Zeit nehmen können, um seinen Patienten ausführlich über die Vor- und Nachteile der Therapie aufzuklären. Diesen erhöhten Zeitaufwand werden wir mit dem Vertrag auch entsprechend honorieren“, erklärte Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost.

Konkret werden das Erstgespräch und die quartalsweise folgenden Beratungsgespräche zusätzlich vergütet. „Die Abrechnung innerhalb des Vertrages erfolgt über die KV Berlin, die zudem auch für die Qualitätssicherung verantwortlich zeichnet“, erklärt Burkhard Bratzke, Vorstandsmitglied der KV Berlin. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #683972
Florian Koerber
am Mittwoch, 14. Mai 2014, 09:48

Kosten-Effektivitätstudie zur Active Surveillance im deutschen Raum

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24721557
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER