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Ärzteschaft

Homosexualität ist keine Krankheit

Mittwoch, 14. Mai 2014

Berlin – „Homosexualität ist keine Erkrankung und bedarf keiner Heilung!“ Das hat die Bundes­ärzte­kammer in einem Schreiben an die Redaktion der Sendung „Panorama – die Reporter“ betont. Die BÄK reagierte damit auf den Beitrag „Die Schwulenheiler“ vom 6. Mai 2014.

Direkte und indirekte Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung seien allerdings häufige Ursachen für psychische und physische Erkrankungen, fasste der BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery eine Stellungnahme der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes vom Oktober 2013 zusammen.

Darin lehnen die Delegierten des Weltärztebundes sogenannte Reparations- bezie­hungsweise Konversionstherapien strikt ab. Diese seien nicht nur unwirksam, sie könnten sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken. „Diese Aussagen sind unmissverständlich. Ebenso unmissverständlich sind unsere an Sie versandten Stellungnahmen im Rahmen Ihrer Recherche. Umso mehr verwundert es, welches Bild Sie in der Dokumentation ‚Die Schwulenheiler‘ Ihren Zuschauern vermittelt haben“, kritisiert Montgomery die Redaktion in dem Schreiben.

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Kritik an der Sendung übte auch der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) und verwies in diesem Zusammenhang auf eine bereits 2009 erschienene Stellungnahme: „Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine häufige Form menschlichen Zusammenlebens und bedarf keiner Therapie“, heißt es dort.

Litten homosexuell lebende Menschen unter psychischen Erkrankungen, so seien diese unabhängig von der Homosexualität zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Homosexualität komme in diesem Fall die Bedeutung eines Kontextfaktors zu, so die BVDP-Stellungnahme. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #103070
Henry I
am Donnerstag, 15. Mai 2014, 21:17

Antwort an ab-leser

Ich habe ausdrücklich Menschen gemeint, die homosexuell empfinden und darunter leiden, also gerne heterosexuell empfinden würden.
Bei meiner Sichtweise steht das Individuum im Vordergrund, keine kollektivistische Weltsicht, die missliebige Menschen unterdrückt.
Und falls es Menschen gibt, die heterosexuell sind, aber gerne homosexuell werden würden, so dürften diese nach meiner Auffassung sich ebenfalls gerne Hilfe suchen (mir selbst ist allerdings keine Person mit diesem Wunsch bekannt).
Avatar #661913
Doro Maier
am Donnerstag, 15. Mai 2014, 16:12

Begriffsstutzige Therapeuten?

Wenn die Delegierten des Weltärztebundes sogenannte Reparations- beziehungsweise Konversionstherapien strikt ablehnen, weil sie nicht nur unwirksam sind, sondern sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken können, dann stellt sich doch als erstes die Frage, warum es – wie die Sendung zeigte –trotzdem nicht wenige „Therapeuten“ (auch Ärzte!) gibt, die dennoch Homosexualität als Krankheit ansehen und mit genau diesen „Therapien“ behandeln. Und es spricht ehrlich gesagt nicht für die BÄK bzw. Herrn Montgomery, dass er jetzt die Panorama-Redaktion für das Aufdecken dieses offensichtlichen Widerspruchs kritisiert, statt in den eigenen Reihen dafür zu sorgen, dass dort keine Scharlatane tätig werden. Wenn die Aussagen der Generalversammlung des Weltärztebundes „unmissverständlich“ sind, sollte die BÄK dafür Sorge tragen, dass sie auch diejenigen unter ihren Mitgliedern verstehen, die das bisher offensichtlich noch nicht getan haben. Erst recht nicht sollte sich die BÄK hinter „Therapeuten“ stellen, die offensichtlich Krankenkassenbetrug betreiben, indem sie „Schwulentherapie“ unter einer anderen Diagnose abrechnen, wie es in der Sendung deutlich wurde. Hierzu wäre eine Stellungnahme von Herrn Montgomery interessanter gewesen.
Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 15. Mai 2014, 15:21

ist doch sonderbar...

... bei sonstigen Personen mit einer Abweichung der Sexualpräferenz wird doch von Betroffenen und Therapeuten erwartet, dass sie genau das tun: Ein Individuum darin unterstützen, auf das Ausleben seiner Sexualiät zu verzichten!
Päderasten MÜSSEN therapiert werden, an ihrer Homosexualität leidende Menschen (soll es ja geben!) DÜRFEN NICHT?
Avatar #685000
ab-leser
am Mittwoch, 14. Mai 2014, 23:49

Frage an Henry I

Eine Therapie mit welchem Ziel? "Überwindung der Homosexualität"? Schon einmal versucht Ihre (unterstellte) Heterosexualität zu "überwinden"?

Therapeutische Unterstützung von Menschen, die mit der erlebten direkten und indirekten Diskriminierung und Stigmatisierung besser umgehen lernen möchten, kann sicherlich angeraten sein. Alles andere verstößt gegen den ärztlichen Ethos, da sie das Patientenwohl gefährden. Wer anders handelt sollte sicherlich besser den Beruf wechseln und Gesundbeter oder Handaufleger werden...
Avatar #103070
Henry I
am Mittwoch, 14. Mai 2014, 20:19

Eine Aussage so schwachsinnig wie die andere...

Wie so häufig wird auch hier immer wieder dieselbe Sau durchs Dorf gejagt:
Angeblich wollen entweder Ärzte oder Christen (üblicherweise Katholiken oder Evangelikale) Homosexuelle gegen ihren Willen (so wird es zumindest implementiert) von ihrer Homosexualität "heilen".
Üblicherweise stimmt davon gar nichts, denn das wäre rechtlich überhaupt nicht möglich.
Die Mehrheit der Menschen interessiert sich überhaupt nicht für Homosexuelle, weder worin diese den Grund für ihre Neigung sehen noch was diese so im Einzelnen machen.
Die Leute haben heutzutage ganz andere Sorgen.
Die Stellungnahmen von Standesvertretungen der Ärzte kuschen aber vor dieser Art des Political Correctness und biedern sich auch noch an dieses an.
Natürlich kann und sollte man niemanden gegen seinen Willen eine Therapie aufzwingen - das gilt aber für alle Therapien.
Wichtig bei diesem Thema ist es aber sicherzustellen, dass diejenigen, die unter ihrer Homosexualität leiden und sie überwinden wollen, die Chance auf eine Therapie bekommen.
Und genau das darf scheinbar nicht sein....warum nicht?
LNS
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