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Ärzteschaft

MVZ: Verband wünscht sich zügigen Abbau von Hürden

Mittwoch, 14. Mai 2014

Berlin – Eine gemischte Bilanz für die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) hat gestern Bernd Köppl gezogen. Es sei eine „ausgemachte Erfolgsgeschichte“, dass in den letzten Jahren Quartal für Quartal durchschnittlich 30 MVZ gegründet worden seien, befand der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Medizinische Versorgungs­zentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung (BMVZ) in Berlin bei einem Strategiekongress seines Verbands.

MVZ-Gründungen seien in der Regel auch erfolgreich, fügte er hinzu, und angestellte Ärzte in der ambulanten Versorgung, ob in MVZ oder in Einzelpraxen, würden nicht länger schief angesehen. „Der angestellte Arzt ist eine völlige Normalität geworden, er wird nicht mehr diskreditiert, er gilt nicht mehr als schlechter Arzt“, befand Köppl. Das zeige auch die Zunahme: 2013 arbeiteten bereits 22.300 angestellte Ärztinnen und Ärzten im ambulanten Bereich.

Es habe aber auch Rückschläge gegeben, sagte Köppl: „In der letzten Legislaturperiode ist es unter dem von der FDP geführten Gesundheitsministerium für MVZ und ärztliche Kooperationen schleichend zu Verschlechterungen der wirtschaftlichen Rahmenbe­dingungen und zu rechtlichen Diskriminierungen gekommen.“

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Als Beispiele nannte der BMVZ-Vorstandsvorsitzende unter anderem die Trägerein­schränkungen bei der Neugründung von Versorgungszentren und die nachrangige Berücksichtigung von MVZ bei Ausschreibungsverfahren um freie Arztsitze, sofern diese nicht mehrheitlich in ärztlicher Trägerschaft sind.

Auch von einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen sieht der BMVZ seine Mitglieder benachteiligt. Köppl verwies auf geringere Prüfsummen in der Zeitplausibilitätsprüfung für angestellte Ärzte und auf Honorareinbußen von MVZ, weil die kooperative Erbringung von Leistungen häufig durch die gewährten Kooperationszuschläge nur unzureichend gewürdigt werde.

Für die Zukunft forderte Köppl neben der Beseitigung von Ungleichbehandlung, dass MVZ-Träger die Wünsche der Ärztinnen und Ärzte in Bezug auf ihre Berufsausübung ernst nehmen sollten. Die heutige Gesellschaft fordere Flexibilität, deshalb sei nicht länger zu erwarten, dass sich junge Ärztinnen und Ärzte mit Anfang 30 auf einen Praxisstandort für den Rest ihres Berufslebens festlegten. Hinzu komme: „Frauen sehen ihr Berufsbild anders, und zwar entscheidend.“  So wie auch jüngere Ärzte wünschten sie sich häufig einen fachgruppenübergreifenden Austausch am Arbeitsplatz. Diesen Wunsch könnten MVZ erfüllen, befand Köppl: „Das spricht sich herum, und das bindet die Kollegen auch.“

Auf dem Strategiekongress des BMVZ ging es darüber hinaus um die Frage, welche Rolle MVZ bei Versorgungsengpässen im ländlichen Raum spielen können. Claudia Schwenzer, Ärztin und Ökonomin, berichtete vom – noch nicht beendeten – Umbau eines geschlossenen Krankenhauses im Sauerland zum MVZ Bad Fredeburg, dem zweiten MVZ des entfernter gelegenen Klinikums Arnsberg, dessen Geschäftsführerin sie ist.

Ralph Schibbe, Geschäftsführer der Elbland Polikliniken GmbH, schilderte die Chancen und Mühen eines dezentralen Verbunds von Praxen. Lutz Freiberg, Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, referierte zu verschiedenen Versorgungsansätzen, die unter der Überschrift KV RegioMed bekannt geworden sind, Ekkehard Becker, Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, über die Veränderung der Versorgungsrealität durch mehr Ärztinnen. © Rie/aerzteblatt.de

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