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Ausland

Britischer Pharma-Manager soll in China Korruption befohlen haben

Donnerstag, 15. Mai 2014

 Peking – Der einstige China-Chef des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) soll seinen Mitarbeitern die Zahlung von Schmiergeldern in dem asiatischen Land befohlen haben. Die Polizei der Stadt Changsha sieht Mark Reilly als verantwortlich dafür an, dass Geld unter anderem an Krankenhäuser, Ärzte und medizinische Organisationen floss, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete. Dank der Schmiergeldzahlungen habe Reilly der Firma „illegale Umsätze“ von mehreren Milliarden Yuan beschert. Eine Milliarde Yuan sind knapp 120 Millionen Euro.

Die Polizei beschuldigt außerdem Reilly und zwei chinesische Manager von GSK, Regierungsbeamte in Peking und in Shanghai bestochen zu haben, wie Xinhua weiter berichtete. Die Angelegenheit sei der Justiz übergeben worden.

Chinesische Behörden ermitteln seit vergangenem Sommer gegen GSK. Sie werfen dem Pharmariesen vor, ein breit angelegtes System der Korruption in China aufgebaut zu haben, um seine Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben. Den Ermittlern zufolge gab GSK seit 2007 fast 500 Millionen Dollar (365 Millionen Euro) für Bestechung aus. Einige Ärzte sollen sieben bis zehn Prozent des Verkaufspreises erhalten haben, wenn sie GSK-Me­dikamente verschrieben. Laut Xinhua gibt es insgesamt 46 Verdächtige in dem Fall. Dutzende GSK-Mitarbeiter in China seien festgenommen worden.

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Der Brite Reilly hatte nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe das Land verlassen, kehrte aber kurze Zeit später nach China zurück. Berichten zufolge darf er seither nicht mehr ausreisen. GSK erklärte, Vertreter des Konzerns hätten sich am Mittwoch mit der Polizei getroffen und würden weiterhin umfassend mit den Behörden zusammenarbeiten. „Wir nehmen die Anschuldigungen, die erhoben worden sind, sehr ernst.“

In China wurden zuletzt verstärkt Korruptionsermittlungen gegen ausländische Unternehmen eingeleitet. Präsident Xi Jinping hat den Kampf gegen korrupte Machenschaften zu einem wichtigen Ziel erklärt. © afp/aerzteblatt.de

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