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Medizin

Bluttest sagt drohende Frühgeburt besser voraus

Donnerstag, 15. Mai 2014

dpa

Toronto – Kanadische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der anhand der Expression von neun Genen eine drohende Frühgeburt in sieben von zehn Fällen vorhersagen kann. Die Publikation in PLOS One (2014; doi: 10.1371/journal.pone.0096901) verspricht zudem neue Anreize zur Erforschung der vielfältigen Ursachen von Frühgeburten.

Vorzeitige Wehen zwischen der 20. und 37. Schwangerschaftswoche kündigen eine drohende Frühgeburt an, zu der es allerdings nur in etwa 5 Prozent der Fälle kommt. Eine sichere Vorhersage ist nicht möglich, weshalb viele Frauen unnötig hospitalisiert werden und die Feten den Folgen einer Steroidbehandlung ausgesetzt werden.

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Die beste Vorhersage, dass keine Geburt bevorsteht, liefert der fehlende Nachweis von Fibronektin im Vaginalsekret (hohe Spezifität). Ein Fibronektintest ist aus verschiedenen Gründen nur bei der Hälfte der Frauen sinnvoll, so dass dringender Bedarf für einen Test mit besseren Vorhersagewerten besteht.

Das Team um Stephen Lye vom Lunenfeld-Tanenbaum Research Institute in Toronto hat jetzt im Blut der Schwangeren nach auslösenden Faktoren gesucht. Hier bietet sich im ersten Schritt ein Vergleich der Gen-Expression zwischen Frauen an, bei denen es tatsächlich zur Frühgeburt kam und solchen, bei denen es bei einem Fehlalarm blieb. Diese Untersuchung ist mit DNA-Chips möglich, die parallel tausende von Einzelnach­weisen führen können.

Die kanadischen Forscher wiesen zunächst Unterschiede in 469 Genen nach, von denen neun für den abschließenden Test ausgewählt wurden. Dieser erreichte in einer ersten Prüfung eine Sensitivität von 70 Prozent und eine Spezifität von 75,5 Prozent, wenn er mit chemischen Laborwerten kombiniert wurde. Der prädiktive Wert ist damit laut Lye höher als beim Fibronektintest.

Die Expressionsanalyse allein kann nicht belegen, dass die vermehrte Aktivität einzelner Gene ursächlich an der Auslösung der Frühgeburt beteiligt ist, sie liefert aber Anregungen für weitere Forschungen. Zwei der drei am stärksten exprimierten Gene betreffen die Funktion von Leukozyten, das dritte ist in den Prostaglandinstoffwechsel eingebunden. Medikamente, die hier eingreifen, könnten im Prinzip zur vorbeugenden Therapie infrage kommen. Die Studie liefert deshalb Anregungen für die Suche nach neuen Therapien. © rme/aerzteblatt.de

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