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Medizin

Infertile Männer sterben früher

Freitag, 16. Mai 2014

Stanford – Schwere Störungen der Spermienproduktion oder -funktion gehen mit einer erhöhten Sterblichkeit einher. Dies ergab die Untersuchung von US-Repromedizinern in Human Reproduction (2014; doi: 10.1093/humrep/deu106).

Für Paare mit Kinderwunsch sind Fertilitätsstörungen ein isoliertes Problem, für die sie eine rasche medizinische Lösung suchen. Biologisch gesehen kann eine Unfruchtbarkeit jedoch Folge anderer Gesundheitsstörungen sein, die sich auch auf die Lebenser­wartung auswirken.

Michael Eisenberg von der Stanford Universität hat hierzu die Daten von 11.935 Männern, die sich an zwei Fertilitätskliniken (in Stanford und in Houston) gewandt hatten, mit den Sterberegistern abgeglichen. Da die Männer bei der Untersuchung mit im Durchschnitt 37 Jahren noch relativ jung waren und die Untersuchung in der Klinik erst 7,7 Jahre zurücklag, waren die meisten noch am Leben. Eisenberg konnte nur 69 Todesfälle ermitteln.

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Es bestand jedoch eine klare Beziehung zu den Befunden in den Fertilitätstest: Samenproduktion, Spermienkonzentration, Spermienmotilität, Gesamtspermienzahl und die Zahl der motilen Spermien waren invers mit der Mortalität assoziiert. Nur für die Spermienform wurde kein Zusammenhang gefunden.

Männer mit zwei oder mehr Auffälligkeiten hatten ein um den Faktor 2,3 erhöhtes Sterberisiko. Der Zusammenhang war bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,12 und 4,65 signifikant. Gründe für den Zusammenhang konnten die Forscher nicht ermitteln, sie vermuten aber, dass die Fertilitätsstörungen Folge von nicht diagnos­tizierten Erkrankungen sind.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass Männer, die sich wegen Fertilitätsstörungen an eine Klinik wenden, eine niedrigere Mortalität haben als andere Männer. In einer gleich großen Gruppe von gleichaltrigen Männern wären laut Eisenberg im gleichen Zeitraum normalerweise 176,7 Todesfälle zu erwarten gewesen, also fast dreimal so viele wie bei den Patienten der Klinik.

Der Forscher führt dies darauf zurück, dass sich Männer mit einem guten Gesundheits­zustand eher für eine Infertilitätsbehandlung entscheiden. Auch das höhere Bildungs- und Einkommensniveau und die damit verbundenen Vorteile für die Gesundheit könnten eine Rolle gespielt haben. © rme/aerzteblatt.de

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