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Medizin

Rauchverhalten der Eltern überträgt sich auf die Kinder

Montag, 19. Mai 2014

dpa

Washington – Rauchende Eltern scheinen durch ihr Rauchverhalten nicht nur die Wahrscheinlichkeit zu beeinflussen, ob ihre Kinder überhaupt rauchen, sondern auch wie exzessiv sie dies tun. Das meint die Forschergruppe um Darren Mays am Georgetown University Medical Center, die ihre Ergebnisse in Pediatrics veröffentlicht hat (http://dx.doi.org/10.1542/peds.2013-3003 ).

Ob Eltern überhaupt rauchen, ist nach Angaben der Wissenschaftler ein wesentlicher Prädiktor für den künftigen Raucherstatus der Kinder. Viele Studien würden dies bestä­tigen. Umgekehrt würde auch die Aufgabe des Rauchens die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Nachwuchs seltener zur Zigarette greift. Die Gründe hierfür seien vielfältig: gelerntes Verhalten oder eine Nikotinsucht durch passiv eingeatmeten Rauch gehören laut den Wissenschaftlern zu den möglichen Ursachen.

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Die Forscher verwendeten für ihre aktuelle Untersuchung Befragungen der Nachfolge­generation der sogenannten New England Family Study. Die Studie konnte in früheren Analysen bereits zeigen, dass besonders das elterliche Rauchverhalten zu Lebzeiten der Kinder eine Rolle spielt, während das vorgeburtliche Rauchverhalten keinen Einfluss auszuüben schien.  

Die Teilnehmer der Studie, 406 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sowie ein Elternteil, beantworten zwischen 2001 und 2004 ein Anfangsinterview, in welchem sie zu ihrem Rauchverhalten, Zeitpunkt und Dauer der Rauchzeit sowie zu ihrer Nikotinab­hängigkeit befragt wurden. Nach einem beziehungsweise fünf Jahren wiederholten die Wissenschaftler die Befragung. Rund 40 Prozent der Eltern waren komplette Nicht­raucher, 27 Prozent aktive Raucher und rund ein Drittel hatte zuvor geraucht.

In der Basisbefragung zeigte sich, dass das Risiko von Kindern nikotinabhängiger rauchender Eltern stark erhöht war, früh mit Zigaretten zu experimentieren (Odds= 4,61). Im Erstinterview war die Chance, früher Raucher zu sein, für die Jugendlichen gleichfalls um ein Vielfaches erhöht (Odds= 9,67).

Jedes zusätzliche Jahr, in welchem die Eltern dann noch rauchten, erhöhte jährlich das Risiko für die Jugendlichen, früh mit Zigaretten zu experimentieren (Odds=1,18), beziehungsweise früh richtig zu rauchen (Odds=1,14).

Da besonders die frühen Raucher und die früh Experimentierenden ein erhöhtes Risiko haben, später schwere Raucher zu sein, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass jedes Jahr in dem Eltern weiter rauchen, für die Jugendlichen eine Gefahr darstellt. Frühe wirkungsvolle Interventionsprogramme seien daher für die nikotinabhängigen Eltern besonders wichtig, so die Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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