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Medizin

Fußball-WM: Klimaforscher warnen vor Dengue-Fieber

Montag, 19. Mai 2014

dpa

Barcelona – Für einige Fans, die in diesem Sommer die FIFA-Weltmeisterschaft in Brasilien besuchen, könnte die Bezeichnung Fußballfieber eine neue Bedeutung erlangen. Brasilien gehört zu den Ländern, in denen das Dengue-Fieber verbreitet ist, und nach einer Studie in Lancet Infectious Diseases (2014; doi: 10.1016/S1473-3099(14)70781-9) ist das Ansteckungsrisiko ausgerechnet an den Austragungsorten der Gruppe G, in denen die deutsche Mannschaft in der Vorrunde antritt, am höchsten.

Das Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die von der Mücke Aedes aegypti übertragen wird. Der Vektor ist keineswegs auf Ägypten beschränkt. Auch Brasilien gehört zu den Endemieländern von Dengue. Im letzten Jahr gab es dort 1,4 Millionen Erkrankungen. Die Mücken finden sich nicht nur in ländlichen Regionen, sondern auch in vielen Städten, darunter einigen Austragungsstätten der Fußball-Weltmeisterschaft. Das Risiko hängt stark von den Witterungsbedingungen ab, wobei der warme und feuchte Sommer in Äquatornähe die Ausbreitung den Vektor A. aegypti am meisten begünstigt.

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Rachel Lowe vom Institut Català de Ciències del Clima in Barcelona hat die Klimadaten der letzten Jahre ausgewertet und wagt eine Vorhersage. Danach dürfte das Infektionsrisiko in Brasília, Cuiabá, Curitiba, Porto Alegre und São Paulo niedrig sein. Ein mittleres Risiko besteht für Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Salvador und Manaus. In Recife (wo Deutschland am 26. Juni auf die USA trifft), Fortaleza (Deutschland - Ghana, 21. Juni) und Natal ist das Risiko am höchsten.

Lowe schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass Recife im Juni zu einem Hoch-Risiko-Gebiet wird, auf 19 Prozent. Für Fortaleza beträgt die Wahrscheinlichkeit 46 Prozent und für Natal 48 Prozent. Als Hoch-Risiko-Gebiet stuft die brasilianische Regierung Gebiete mit mehr als 300 Erkrankungen auf 100.000 Einwohner ein.

Ob unter den Infizierten auch Fußballfans sein werden, dürfte in hohem Maße von deren Risikoverhalten abhängen. Der Aufenthalt in klimatisierten Räumen, die Benutzung von Insektiziden und Repellentien, das Tragen von leichter heller Kleidung vermindert das Risiko, von A. aegypti gestochen zu werden.

Wenn es die Fans betrifft, werden viele es erst nach der Rückkehr bemerken – wenn überhaupt. Etwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen asymptomatisch, bei den anderen bleibt es häufig bei einem Fieber. Nur etwa 5 Prozent erkranken schwer und ein Prozent erleiden ein lebensgefährliches hämorrhagisches Fieber, für das es dann keine Behandlung gibt. Eine Einschleppung des Dengue-Fiebers durch die Rückkehrer ist so gut wie ausgeschlossen. In Deutschland fehlt ein Vektor, der die Erkrankung weiter tragen könnte. In Südeuropa wäre dies allerdings durch A. albopictus möglich. © rme/aerzteblatt.de

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