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Ärzteschaft

Vertragsärzte werben um Nachwuchs

Dienstag, 20. Mai 2014

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wollen anknüpfend an ihre Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ jetzt gezielt den ärztlichen Nachwuchs ansprechen und für die Arbeit in der Niederlassung begeistern.

„Bis 2021 werden etwa 51 000 Ärzte ihre Praxis aufgeben“, erläuterte der Vorstands­vorsitzende der KBV, Andreas Gassen, heute in Berlin. Frühere Klagen über angeblich schlechte Bedingungen und wirtschaftliche Risiken bei Praxisärzten hätten viele Nach­wuchsmediziner von einer Niederlassung abgehalten. Das wolle man mit der Kampagne ändern, die auf die Vorteile einer Tätigkeit im ambulanten Bereich aufmerksam macht.

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Unter dem Motto: „Lass Dich nieder!“ werben KBV und KVen ab sofort mit Plakaten in 37 Universitätsstädten und mit einer eigenen Website www.lass-dich-nieder.de für die Niederlassung in eigener Praxis. Auf dieser erfahren Nachwuchsmediziner alles Wissens­werte rund um das Thema Niederlassung und können mit einem Online-Test heraus­finden, welcher Niederlassungstyp sie sind.

Insbesondere Medizinstudierende sollen erreicht werden
Durch eine gezielte Plakatierung in Städten mit einer Medizinischen Fakultät sollen insbesondere Medizinstudierende erreicht werden. „Insbesondere bei Fachrichtungen, die für die ambulante Versorgung vor Ort gebraucht werden, zeichnet sich ein Mangel an niedergelassenen Ärzten ab. Für uns ist es daher besonders wichtig, junge Mediziner bereits früh zu informieren“, erklärte Gassen.

Zu Wort kommen auf den Plakatmotiven der Kampagne „echte“ Medizinstudierende, wie Beatrice Ranft. Sie studiert im zwölften Semester in Berlin und möchte sich später als Dermatologin niederlassen. „Da ich aus einer ländlichen Region in Hessen komme, habe ich mich relativ früh im Studium für eine künftige Niederlassung entschieden“, berichtete sie stellvertretend für die anderen Teilnehmer in Berlin.

„Generell erfahren die Studentinnen und Studenten jedoch viel zu wenig über die Niederlassung“, meinte KBV-Vorstand Regina Feldmann. Das müsse sich ändern, wenn man die wohnortnahe Versorgung der Patienten in Deutschland mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten auch in Zukunft aufrecht erhalten wolle.

Verstärkte Weiterbildung der Nachwuchsärzte im ambulanten Bereich
Helfen könne dabei nach ihrer Ansicht eine verstärkte Weiterbildung der Nachwuchsärzte im ambulanten Bereich. Gesichert müsse dazu aber die Finanzierung sein. „Wir streben an, dass jeder Weiterbildungsassistent in der Praxis das gleiche Gehalt bekommt wie die jungen Kollegen in der Klinik“, erklärte Feldmann. So erfahre die ambulante Tätigkeit auch ausreichend Wertschätzung. Feldmann forderte aber auch gesamtgesellschaftliche Unterstützung, konkret die Einrichtung einer Stiftung, gespeist aus Krankenkassen- und Steuergeldern.

„Gerade ländliche Städte und Gemeinden zwischen 10.000 und 20.000 Einwohnern, die aktuell noch gut versorgt sind, machen sich große Sorgen um den ärztlichen Nachwuchs. Scheiden hier Ärzte oder Ärztinnen ohne Nachfolge aus, kann es schnell zu erheblichen Versorgungsproblemen kommen“, ergänzte Gerhard Nordmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe.

Selbst in Baden-Württemberg fehlten bereits etwa 300 Hausärzte im Land. „Wir gehen davon aus, dass wir zusätzlich in den kommenden Jahren etwa 500 Hausarztpraxen nicht werden nachbesetzen können“, bestätigte Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KV Baden-Württemberg, © ER/aerzteblatt.de

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