Politik

Klinik-Qualitäts­verbund gibt Auskünfte über „Ethik & Werte“

Dienstag, 20. Mai 2014

Berlin – Die in dem Internetportal „Qualitätskliniken.de“ zusammengeschlossenen Krankenhäuser können ab heute auch Angaben dazu machen, auf welche Weise ethische Inhalte in ihren Häusern umgesetzt sind. Bislang umfasste das Angebot die Bereiche „Medizinische Qualität“, „Patientensicherheit“, „Patientenzufriedenheit“ und „Einweiserzufriedenheit“.

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„Angesichts des rasanten medizintechnischen Fortschritts ist es angezeigt, nicht nur objektive medizinische Aspekte und Wünsche der Patienten, sondern auch ethische Fragestellungen in die Qualitätspolitik der Krankenhäuser einbeziehen“, sagte Georg Rüter, Vorstandsvorsitzender des Zweckverbandes freigemeinnütziger Krankenhäuser Münsterland und Ostwestfalen, heute vor Journalisten in Berlin.

„Erstmals können Kliniken sich mit anderen Kliniken im Bereich ‚Ethik & Werte‘ ver­gleichen und damit von den Besten lernen“, erklärte Ulf Debacher, Leiter des Konzern­bereichs Qualität der Asklepios Kliniken. Damit sei der neue Bereich eine ideale Basis für Anregungen und Verbesserungen im eigenen Haus im Hinblick auf Kriterien, die bisher wahrgenommen worden seien, aber häufig nicht quantifizierbar und schwer steuerbar gewesen seien.

Konkret können die teilnehmenden Krankenhäuser angeben, ob sie Rahmen­bedin­gungen für ethisches Handeln gesetzt haben: ob es zum Beispiel eine schriftliche werteorientierte Aussage in ihrem Haus gibt, die durch die Klinikführung für die gesamte Organisation umgesetzt wurde, ob allen Mitarbeitern der patientennahen Versorgung mindestens einmal pro Jahr auf einer Veranstaltung die Möglichkeit zum Diskurs gegeben wird, ob ein Ethikkomitee gegründet wurde, das mindestens zweimal pro Jahr tagt, und ob Patienten, Angehörige oder Mitarbeiter die Einberufung einer ethischen Fallbesprechung anregen können.

Zudem können die Kliniken unter der Überschrift „Ethisches Handeln im Alltag“ angeben, ob jeder Patient bei der Aufnahme nach einer Patientenverfügung und Vorsorge­vollmacht gefragt wurde, ob die Speiseversorgung so organisiert ist, dass auf Religionen Rücksicht genommen werden kann, ob ein auf die Patienten zugeschnittenes Schmerzkonzept umgesetzt ist, ob die Klinik bei Fehl- und Totgeburten aktiv eine psychische und seelsorgerische Betreuung und Begleitung anbietet oder ob palliativmedizinisch geschulte ärztliche und pflegerische Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Angaben sollen im Anschluss durch ein Audit validiert werden.

„Wenn sich die Kliniken öffentlich vergleichen, werden sie sich darum bemühen, die Forderungen aus dem Indikatorenkatalog von ‚Qualitätskliniken.de‘ zu erfüllen. Das wird sicher Bewegung in die Umsetzung ethischer Vorgehensweisen bringen“, meinte Stefan Leiendecker, Leiter des Referats der Organisationsentwicklung & Qualitätsmanagement des St. Marien-Krankenhauses Siegen.

Bei „4QD – Qualitätskliniken.de“ sind die Krankenhausträger Asklepios, Rhön, Sana, der Zweckverband freigemeinnütziger Krankenhäuser Münsterland und Ostwestfalen sowie der Zweckverband der Krankenhäuser Südwestfalen zusammengeschlossen. Mehr als 150 Krankenhäuser dieser Träger beteiligen sich an dem Internetportal, in dem sich Interessierte über die Qualität der einzelnen Kliniken informieren können. © fos/aerzteblatt.de

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