Politik

Immer mehr Netzwerke für Demenzkranke in Städten und Gemeinden

Dienstag, 20. Mai 2014

Bonn – In immer mehr Städten und Gemeinden in Deutschland gründen sich Netzwerke, um Demenzkranken und ihren Familien zu helfen. Derzeit hätten bereits 143 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ ihre Arbeit aufgenommen, teilte der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Ralf Kleindiek, heute in Bonn mit. Er äußerte sich beim ersten Bundestreffen der Lokalen Allianzen.

Das Familienministerium hatte das Projekt im vergangenen September gestartet. Ziel ist es, dass an Demenz erkrankte Menschen in ihrem gewohnten sozialen Umfeld weiterhin ein möglichst normales und selbstbestimmtes Leben führen und sich am sozialen Leben beteiligen können. Dazu sollen sich Kommunen, soziale und kulturelle Einrichtungen, Kirchen, Mehrgenerationenhäuser sowie Pflege- und Gesundheitseinrichtungen vor Ort zusammenschließen und Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aufbauen.

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Dabei geht es etwa um die Gründung von Demenzzentren, die Beratung von Ange­hörigen oder die Integration Demenzkranker ins örtliche Vereinsleben. In vielen Projekten werden Betreuungsgruppen für demenzerkrankte Menschen als Entlastungsangebot für pflegende Angehörige angeboten. Zugleich werden Demenzhelfer ausgebildet, die Erkrankte etwa bei Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten begleiten sollen.

Der Staatssekretär betonte, angesichts einer wachsenden Zahl alleinlebender Menschen und veränderter Lebensläufe bräuchten Familien Unterstützung bei der  Versorgung demenzkranker Angehöriger. Deshalb müssten insbesondere die Kommunen in den Anliegen gestärkt werden, Unterstützungsstrukturen aufzubauen.

Bis 2016 bis zu 500 Lokale Allianzen
Nach den Plänen des Familienministeriums sollen bis 2016 bis zu 500 Lokale Allianzen entstehen, die über zwei Jahre jeweils 10.000 Euro erhalten, um die Grundlagen für eine nachhaltige Vernetzungsarbeit zu legen. Bewerbungen können seit diesem Jahr kontinuierlich beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erfolgen. Die Arbeit soll wissenschaftlich unterstützt und bewertet werden.

In Deutschland leben gegenwärtig etwa 1,4 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Allein zwei Drittel dieser Personen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Jährlich kommen 300.000 Neuerkrankungen hinzu.

Kleindiek betonte, die Bundesregierung messe dem Umgang mit Demenz eine große Bedeutung zu. 2012 hatte sie eine „Allianz für Menschen mit Demenz“ ins Leben gerufen. Sie ist als Arbeitsgruppe in der Demografiestrategie der Bundesregierung verankert und soll Vorschläge zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz entwickeln. © kna/aerzteblatt.de

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