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Schlaganfall-Mobil: Fachgesellschaft empfiehlt weitere Studien

Dienstag, 20. Mai 2014

Berlin – In der Diskussion um den Einsatz von sogenannten Stroke-Einsatz-Mobilen (STEMO) plädiert die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) dafür, die Ergeb­nisqualität und die Kosten-Nutzen-Relation in weiteren Studien genauer auszuloten. Hintergrund ist eine vor rund einem Monat erschienene Auswertung des STEMO-Einsatzes der Berliner Feuerwehr (JAMA 2014; doi: 10.1001/jama.2014.2850). Das Mobil hat danach die Zeit bis zum Therapiebeginn um 25 Minuten verkürzt. Laut der Publikation in dem US-amerikanischen Ärzteblatt konnte der Anteil der Patienten, die eine Lysetherapie erhielten, gesteigert werden, ohne dass es zu mehr Blutungs­komplikationen kam.

Innerhalb eines klar begrenzten Zeitfensters von bis zu 4,5 Stunden nach dem Eintritt des Ereignisses kann bei einem Schlaganfallpatienten eine sogenannte Lysetherapie durchgeführt werden. Dabei wird das Blutgerinnsel mit einem Enzym aufgelöst. Die Lyse ist umso erfolgreicher je früher sie beginnt.

„Wenn die Behandlung innerhalb von 90 Minuten erfolgt, kommt auf durchschnittlich 4,5 Patienten einer, dem durch die Behandlung spätere Behinderungen erspart bleiben“, sagt Joachim Röther, Chefarzt an der Asklepios Klinik Altona und Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Mit jeder weiteren Therapieverzögerung um 20 Minuten steigt die erforderliche Patientenzahl für einen Erfolg um eins an. „Wenn mehr als 270 Minuten verstrichen sind, ist eine Therapie nicht mehr erfolgversprechend“, erklärt der Hamburger Experte.

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Das STEMO ist mit einem eingebauten Computertomographen (CT) und einem Labor ausgestattet. Ein Neurologe, ein Rettungssanitäter und eine Röntgen-MTA sind mit an Bord. Mit dem CT können die Ärzte eine Hirnblutung als Ursache des Schlaganfalls ausschließen und die Lysetherapie direkt vor Ort beginnen. Außerdem verfügt das STEMO-Fahrzeug über eine telemedizinische Vernetzung. Der Notarzt kann sich so mit Spezialisten in der Klinik austauschen. Die Investitionskosten von etwa einer Million Euro pro Einheit sind hoch, ein konventioneller Rettungswagen kostet im Vergleich etwa 200.000 Euro.

Ökonomischen Gründe diskutieren
„In Bezug auf die Ergebnisqualität haben wir ein Problem: Wir wissen nicht, wie stark der Effekt auf die Endergebnisse ist und ob sich der Aufwand lohnt“, sagt Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der DGN. Auch müsse kritisch hinterfragt werden, ob es aus ökonomischen Gründen vertret­bar sei, einen mobilen Neurologen und einen CT-Scanner nur für die Behandlung jeweils eines Patienten an Bord des STEMO verfügbar zu halten.

Trotzdem sprechen sich DGN und DSG für die Fortsetzung des Projekts aus, um eine sogenannte Endpunktstudie durchzuführen. Ein unabhängiges Institut für Gesundheits­ökonomie in Dänemark errechne im Augenblick eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse. Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen. © hil/aerzteblatt.de

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