NewsÄrzteschaftGute Noten für die ambulante Versorgung psychischer Beschwerden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Gute Noten für die ambulante Versorgung psychischer Beschwerden

Dienstag, 20. Mai 2014

Berlin – Die Patienten in Deutschland bewerten die Versorgung von psychischen Erkrankungen als sehr gut. Das berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). „Die von den Betroffenen erlebte Unterstützung bei psychischen Beschwerden wird in Studien leider viel zu häufig vernachlässigt“, sagte WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Die repräsentative Befragung des WIdO soll diese Lücke jetzt schließen.

Rund ein Viertel (23,6 Prozent) der 2.000 Befragten gab an, in den letzten zwölf Monaten beim Arztbesuch psychische Belastungen besprochen zu haben. Frauen sprachen über Stimmungslagen, persönliche oder psychische Probleme mit 29,1 Prozent deutlich häufiger als Männer mit 17,7 Prozent. Gesprächspartner war dabei für die meisten Betroffenen der Hausarzt (84,9 Prozent).

Es folgen Gynäkologen mit 11,3 Prozent. 89,4 Prozent der Patienten vertraten die Auffassung, dass ihre Probleme ausreichend zur Sprache gekommen seien. Im Regelfall fühlten sie sich fachlich gut beraten (86,8 Prozent). Insgesamt waren rund drei Viertel der Betroffenen mit dem Ausgang des Gesprächs sehr zufrieden oder zufrieden (73,8 Prozent).

Anzeige

Schloss sich an die Erstberatung eine Psychotherapie an, mussten die Patienten im Schnitt 4,5 Wochen auf das erste Gespräch warten. Diese ermittelte durchschnittliche Wartezeit passt zu anderen Erhebungen, etwa der Universität Leipzig von 2010 oder der Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von 2013. „Zu beach­ten ist allerdings, dass die vorliegenden bundesweiten Ergebnisse keine Aussage darüber erlauben, wie sich Wartezeiten und Wahrnehmung der Versorgung mit Psycho­therapie regional darstellen. Hierzu ist weitere Forschungsarbeit aus Patienten­perspektive wünschenswert“, sagte Klauber.  

Auch die Qualität der Psychotherapie bewerteten die Patienten in der Rückschau positiv. Von den Befragten mit abgeschlossener Psychotherapie (10,2 Prozent der Befragten) zeigten sich 78,9 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, 12,7 Prozent waren teilweise zufrieden und 7,3 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden.

Trotz der guten Rückmeldungen der Patienten im Rahmen der WIdO-Umfrage betont die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt, dass in Deutschland weiterhin Psychotherapeuten fehlen. „Auf dem Land waren die Wartezeiten in der Vergangenheit für die Patienten mitunter geradezu katastrophal, aber auch in den Städten gibt es weiterhin zu wenige Psychotherapeuten“, erklärte ein Sprecher der BPtK.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. Oktober 2020
Helsinki – Vertrauliche Notizen aus Psychotherapiesitzungen von zehntausenden Patienten sind in Finnland von Hackern gestohlen und teils veröffentlicht worden. Innenministerin Maria Ohisalo nannte die
Vertrauliche Psychotherapiedaten in Finnland gehackt
22. Oktober 2020
Essen – Verschlechtert sich die psychische Gesundheit eines Partners, gefährdet dies eine Beziehung massiv: Das Risiko einer Trennung innerhalb von zwei Jahren wird dadurch etwa verdoppelt. Das
Psychische Erkrankungen gefährden die Partnerschaft, körperliche Erkrankungen eher nicht
16. Oktober 2020
Berlin – Ab dem 1. Januar 2021 können auch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eine Ergotherapie verordnen, wenn psychische Erkrankungen beziehungsweise
Psychotherapeuten können ab 2021 Ergotherapie verordnen
9. Oktober 2020
Berlin – Digitale Anwendungen haben seit Beginn der COVID-19-Pandemie vor allem in der Versorgung psychisch kranker Menschen einen Schub bekommen. Mit Hilfe von Videotherapie konnte während des
E-Mental-Health: Experten sehen digitale Anwendungen reif für die Praxis
8. Oktober 2020
Mainz – Der rheinland-pfälzische Landtag hat gestern einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das den Umgang mit psychisch Erkrankten neu regelt und die Hilfen für sie verbessern soll. Dadurch sollen
Gesetz für psychisch Kranke in Rheinland-Pfalz beschlossen
8. Oktober 2020
Berlin – Auf die gesundheitlichen und humanitären Folgen der Abschiebepraxis von Geflüchteten haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
IPPNW: Abschiebepraxis geflüchteter Menschen humanisieren
7. Oktober 2020
Berlin – Rund einen Monat nach Inkrafttreten des Psychotherapeuten-Ausbildungsreformgesetz (PsychThG-AusbRefG) sieht die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) dringenden Nachbesserungsbedarf
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER