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Medizin

Schlaganfall: Kernspin könnte Blutungsrisiko der Lyse vorhersagen

Dienstag, 20. Mai 2014

Baltimore – Eine spezielle Auswertung der Kernspintomographie, die Störungen der Bluthirnschranke anzeigt, könnte Hirnblutungen als mögliche Komplikation der Lysetherapie vorhersehbar machen. Dies zeigt eine Datenbankanalyse in Stroke (2014: doi: 10.1161/STROKEAHA.114.005249), die im nächsten Schritt in prospektiven Studien bestätigt werden müsste.

Therapie der Wahl beim ischämischen Schlaganfall ist eine intravenöse Lysetherapie. Die Therapie ist nur in speziellen Zentren möglich, da zunächst die wichtigste Kontrain­dikation, eine Hirnblutung, ausgeschlossen werden muss. Dies erfolgt in der Regel mit einer Computertomographie, da die Resultate schneller vorliegen als nach einer Kernspintomographie. Die Kernspintomographie bietet jedoch die Möglichkeit einer funktionellen Diagnostik. Dazu gehört eine Prüfung der Bluthirnschranke nach Injektion des Kontrastmittels Gadolinium.

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Das Team um Richard Leigh von der Johns Hopkins University in Baltimore hat in zwei Schlaganfallregistern (STIR und VISTA) insgesamt 75 Patienten gefunden, bei denen eine Kernspintomographie vor der Lyse durchgeführt wurde. Mittels einer Computer­software berechnete Leigh den Anteil des ausgetretenen Kontrastmittels. Er war bei Blutungen erhöht und zeigte eine Abhängigkeit vom Ausmaß der späteren Blutung. Leigh ermittelte einen Grenzwert, der in der Kohorte eine Blutung mit einer Genauigkeit von 95 Prozent vorhersagte.

Leigh hofft, dass mit einer Kernspintomographie nicht nur vor Lysebeginn bereits vorhandene Blutungen erkannt werden können, sondern auch solche vorhersehbar werden, die im Verlauf der Behandlung entstehen. Sollte dies zutreffen, dann könnte der Zeitverlust, der durch die Kernspintomographie entsteht, durch die Vermeidung von Blutungskomplikationen mehr als ausgeglichen werden, schreibt der Experte.

Er hält es sogar für möglich, dass das Zeitfenster, das derzeit auf viereinhalb Stunden begrenzt ist, ausgeweitet werden könnte, da eine spätere Lyse unter anderem wegen des dann erhöhten Blutungsrisikos vermieden wird. Eine einzige retrospektive Datenbankanalyse kann allerdings eine neue Diagnostik nicht etablieren. Der nächste Schritt wäre eine Prüfung durch eine prospektive klinische Studie. © rme/aerzteblatt.de

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