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Medizin

Vitamin C in der Schwangerschaft verbessert Lungenfunktion von Säuglingen

Dienstag, 20. Mai 2014

dpa

Portland – Frauen, die während der Schwangerschaft nicht auf das Rauchen verzichten, können die negativen Auswirkungen des Nikotins auf die Lungenentwicklung ihres Kindes durch die Einnahme von Vitamin C wenigstens teilweise verhindern. Dies kam in einer randomisierten klinischen Studie heraus, deren Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Thoracic Society in San Diego vorgestellt und im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2014; doi: 10.1001/jama.2014.5217) publiziert wurden.

Mehr als die Hälfte aller Raucherinnen schaffen es nicht, während einer Schwanger­schaft auf Zigaretten zu verzichten. Das Nikotin gelangt über die Plazenta in den fetalen Kreislauf, wo es die Entwicklung der Lungen beeinträchtigt. Neugeborene von Raucherinnen haben eine verminderte Lungenfunktion. Sie sind in den ersten Lebensjahren anfällig für Atemwegserkrankungen und müssen häufiger wegen Infektionen hospitalisiert werden. Die zugrundeliegenden Mechanismen konnten durch tierexperimentelle Studien belegt werden. Dort wurde auch entdeckt, dass Vitamin C möglicherweise in der Lage ist, die negativen Auswirkungen abzuschwächen.

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Cindy McEvoy von der Oregon State University in Portland hat deshalb zusammen mit dem dortigen Linus Pauling Institute eine Studie organisiert, in der 179 Schwangere, die es abgelehnt hatten, auf das Rauchen zu verzichten, auf zwei Gruppen randomisiert wurden. In einer Gruppe nahmen die Frauen täglich 500 mg Vitamin C ein, in der anderen Gruppe enthielt die Kapsel ein Placebo.

Primärer Endpunkt war die Lungenfunktion der Neugeborenen, die in den ersten 72 Stunden nach der Geburt bestimmt wurde. Gemessen wurde zum einen der Quotient aus PTEF und TE, der Hinweise auf obstruktive Lungenerkrankungen bei Säuglingen gibt. PTEF steht für „peak tidal exspiratory flow“ (Zeit bis zum endexspiratorischen Spitzen­fluss), TE ist die "time of exspiration“ (Ausatemzeit). Der zweite Parameter war die passive respiratorische Compliance, die die Entfaltung der Lunge misst.

In beiden Parametern erzielten die Neugeborenen im Vitamin C-Arm der Studie bessere Ergebnisse. Sie unterschieden sich kaum von den Werten einer dritten Gruppe von Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft nicht geraucht hatten. Die Wiederholung der Lungenfunktionsprüfung im Alter von einem Jahr ergab, dass sich die Unterschiede zwischen den Kindern aus den beiden Interventionsarmen vermindert hatten.

Beim Quotienten PTEF/TE war die Differenz nicht mehr signifikant. Leider konnten die Kinder der Referenzgruppe nicht erneut untersucht werden. Die Ethikkommission hatte dies untersagt. So bleibt offen, wie weit sich die Kinder im Vergleich zu nicht-exponierten Kindern erholt hatten.

Da die Gabe von Vitamin C ohne Nebenwirkung ist, kann sie nach Ansicht von McEvoy Frauen, die in der Schwangerschaft nicht auf das Rauchen verzichten, angeboten werden. Das primäre Ziel sollte jedoch die Tabakabstinenz bleiben, meint der Editorialist Graham Hall von der Universität in West Perth in Australien. Am besten wäre es, wenn die Mütter auch in den Folgejahren auf das Rauchen verzichten, da die Kinder in den ersten Lebensmonaten besonders stark unter den Folgen des Passivrauchens leiden. © rme/aerzteblatt.de

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