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Naturmedizin: Patienten suchen nach Halt und Anbindung

Mittwoch, 21. Mai 2014

Berlin – Naturmedizin ist bei den Deutschen äußerst beliebt. Der Frage, warum das so ist, ist nun das Rheingold-Institut im Auftrag des Arzneimittelherstellers Pascoe Natur­medizin auf den Grund gegangen. „Mit Naturmedizin verbinden viele Menschen Sehn­süchte, die durch die Schulmedizin nicht eingelöst werden: individuelle Zuwendung, ganzheitliche Betrachtung, Verständnis und ausgedehnte Kommunikation“, fasste Stephan Grünewald, Psychologe und Geschäftsführer des Rheingold-Instituts, das zentrale Ergebnis der tiefenpsychologischen Studie „Sehnsucht nach dem Ursprüng­lichen“ zusammen, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Für die Befragten steht der Studie zufolge der Besuch beim Naturmediziner im Gegensatz zum Besuch beim Schulmediziner, der vor allem nach schnellen Lösungen suche. Das Arztgespräch begrenze sich außerdem meist auf die Erkrankung und konkrete Behandlungsformen, so die Kritik der interviewten Patienten.

Die zunehmende Wertschätzung der Naturmedizin resultiert dem Psychologen zufolge auch aus dem Wunsch nach Halt und Anbindung in einer immer hektischer agierenden Welt, erläuterte Grünewald

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Ginge es allerdings nach den Patienten, sollten die Unterschiede und die Trennung zwischen Natur- und Schulmedizin aufgelöst werden. Ein Arzt mit einer Zusatzausbildung in Naturheilkunde erfreute sich bei den Interviewten einer großen Beliebtheit, da er „das Beste aus beiden Welten“ zusammenbringe.

Ärzte und Apotheker, die ebenfalls interviewt wurden, stoßen laut der Studie beim Thema Naturmedizin an ihre Grenzen. So empfinden sie die Welt der Naturmedizin als einen riesigen, unübersichtlichen Markt und vermissen einen klaren Bezug zu bestimmten Krankheitsbildern. Nach wie vor seien Natur- und Schulmedizin für Ärzte und Apotheker zwei verschiedene Paar Schuhe. 

Allerdings hätten vor allem Apotheker die Naturmedizin mittlerweile als Kundenbindungs­instrument erkannt. „Auch Ärzte spüren, dass sie Patienten verlieren, wenn sie sich der Naturmedizin kategorisch verschließen“, ergänzte Grünewald. Denn der Wunsch nach Naturmedizin habe sich in der Erwartungshaltung vieler Patienten mittlerweile fest etabliert.

Für die Studie hat das Rheingold-Institut 50 Frauen und Männer im Alter von 20 bis 65 Jahren in rund zweistündigen Einzelgesprächen und Gruppen­diskussionen befragt. Ebenfalls wurden 18 Ärzte mit Zusatzbezeichnung Naturheilkunde, 18 Apotheker und neun Heilpraktiker interviewt. © ank/aerzteblatt.de

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Widerstand
am Montag, 20. Oktober 2014, 21:54

Ärzte, die sich der Naturmedizin verschließen...

haben den Beruf verfehlt.
LNS

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