NewsAuslandSyrische Flüchtlinge im Libanon oft ohne medizinische Versorgung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Syrische Flüchtlinge im Libanon oft ohne medizinische Versorgung

Mittwoch, 21. Mai 2014

Beirut – Viele syrische Flüchtlinge im Libanon können sich keine medizinische Versor­gung leisten und bleiben unbehandelt. Aufgrund des weitestgehend privatisierten und teuren Gesundheitssystems im Libanon könnten viele Flüchtlinge keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) heute in Beirut mit. Mit ihrem dort veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty die medizinische Lage der Flüchtlinge vor Ort.

Weil es im Libanon wenig Arbeit für syrische Flüchtlinge gibt, sind demnach viele Familien gezwungen, sich für medizinische Behandlungen zu verschulden. Bei vielen reiche das Geld nur entweder für gesundheitliche Versorgung oder für die Miete oder für Nahrung. Sie würden so „vor qualvolle Entscheidungen gestellt“, sagte die Beauftragte für globale Fragen bei Amnesty International, Audrey Gaughran.

Anzeige

Es gebe auch Fälle, in denen Patienten für Behandlungen trotz Gefahren zurück nach Syrien gingen. Andere blieben trotz schwerer Verletzungen wie Verbrennungen unbe­handelt. Selbst leicht verletzte Flüchtlinge gerieten ohne Behandlung in eine lebens­bedrohliche Situation. 

Die Menschenrechtsorganisation sieht den Libanon mit der hohen Zahl der syrischen Flüchtlinge überfordert. Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hat bislang rund eine Million Flüchtlinge registriert; bis Ende 2014 sollen 500.000 hinzukommen.

Amnesty forderte die libanesischen Behörden auf, eine langfristige Strategie zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Flüchtlinge zu entwickeln. Die Regierung müsse auch arme und benachteiligte Flüchtlinge im Blick haben.

Zugleich wird betont, dass der Libanon in dieser Angelegenheit nicht alleingelassen werden dürfe. Die internationale Gemeinschaft solle die nötigen Gelder für die Unter­stützung der Flüchtlinge im Libanon aufbringen. Bislang seien rund 17 Prozent der bei der internationalen Gemeinschaft angefragten 1,7 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) für syrische Flüchtlinge im Libanon eingegangen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2019
Köln – Seit dem Beginn der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien befinden sich nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef fast 70.000 Kinder auf der Flucht. Bis heute seien in Nordostsyrien
Fast 70.000 Kinder in Nordsyrien auf der Flucht
15. Oktober 2019
Berlin – Die Welthungerhilfe warnt vor neuen Gefahren für die Ernährungssicherheit durch den Klimawandel in ohnehin gefährdeten Staaten. „Die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung in einem sich
Der Klimawandel verschärft den Hunger
15. Oktober 2019
Athen/Lesbos – Im völlig überfüllten Migrantenlager der griechischen Insel Samos hat es am gestern Abend nach einem Streit zwischen Syrern und Afghanen schwere Krawalle gegeben. Nach einer
Ausschreitungen in Migrantenlager auf Samos
15. Oktober 2019
Rom – Italien hat der Hilfsorganisation SOS Méditerranée erlaubt, die 176 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffs „Ocean Viking“ an Land zu bringen. Das teilte die Organisation gestern am späten Abend
Italien lässt Flüchtlinge von „Ocean Viking“ an Land
14. Oktober 2019
Kairo – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat sich besorgt über die humanitäre Lage im Nordosten Syriens nach dem Beginn der türkischen Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG gezeigt. Bei den Kämpfen
WHO besorgt über humanitäre Situation im Nordosten Syriens
11. Oktober 2019
Bonn – Hilfswerke haben sich besorgt über die Kämpfe in Nordsyrien gezeigt und den Schutz der Zivilbevölkerung gefordert. Die Diakonie Katastrophenhilfe und Ärzte ohne Grenzen verlangten heute in
Ruf nach Schutz und humanitärer Hilfe in Nordsyrien
10. Oktober 2019
Lyon – Die USA, Deutschland und andere internationale Geldgeber haben im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria 14 Milliarden US-Dollar (rund 12,7 Milliarden Euro) für die kommenden drei Jahre
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER