NewsMedizinVirologen besorgt über neue Ergebnisse zum MERS-Coronovirus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Virologen besorgt über neue Ergebnisse zum MERS-Coronovirus

Mittwoch, 21. Mai 2014

Ulm – „Eine neue Dimension“ erreicht die Infektionsgefahr durch das Middle Eastern Respiratory Syndrome Coronavirus‘ (MERS-CoV) laut der Gesellschaft für Virologie GfV. Neben der steigenden Zahl der Erkrankungen seien vor allem neue Erkenntnisse über die wahrscheinliche Infektionsquelle beunruhigend, schreibt der Vizepräsident der Fachgesellschaft, Franz Heinz von der Medizinischen Universität Wien, im aktuellen Newsletter der GfV.

Seit seinem ersten Auftreten im September 2012 gibt es laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) 536 laborbestätigte Fälle von Infektionen mit MERS-CoV (Stand 16. Mai). 145 der Erkrankten sind an der grippeähnlichen Krankheit verstorben, die zu einer Lungenentzündung und akutem Lungenversagen führen kann. Die Betroffenen hatten sich auf der Arabischen Halbinsel infiziert.

Anzeige

Einige Infektionen wurden von dort in andere Länder wie Frankreich, Deutschland, Italien, Tunesien, Großbritannien und die USA exportiert. Bisher berichten Forscher von wenigen Mensch-zu-Mensch Übertragungen in Saudi Arabien, Jordanien, Katar und Großbritannien. „In den meisten Fällen infizieren sich die Betroffenen jedoch über eine tierische Infektionsquelle, viele neue Studien weisen dabei auf Dromedare hin“, so der GfV-Experte Heinz.

Besorgt ist die Fachgesellschaft nun über neue Untersuchungsergebnisse, die gerade in der Zeitschrift Emerging Infectious Diseases erschienen sind (DOI: 10.3201/eid2006.140299). Sie zeigen, dass nicht nur Dromedare auf der arabischen Halbinsel den Viren als Reservoir dienen, wie bisher vermutet. Die Autoren entdeckten MERS-CoV auch in Dromedaren aus dem Sudan und Äthiopien. Während in Saudi Arabien 260.000 Dromedare leben, gibt es in Äthiopien laut der GfV fast eine Million und im Sudan sogar 4,8 Millionen Tiere.

Daher könnte das natürliche Reservoir für dieses Virus wesentlich größer sein als bisher angenommen. In aktuelle Untersuchungen sollen Forscher jetzt herausfinden, ob sich in Afrika bereits Menschen infiziert haben, aber bisher nicht erkannt wurden. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Insel Riems/Madison/Wisconsin – Der Erreger der Röteln, die erst seit 2 Jahrhunderten als Erkrankung bekannt sind, hat 2 enge Verwandte im Tierreich, die US-amerikanische und deutsche Forscher jetzt
Auch Rötelnvirus kommt aus dem Tierreich
21. Oktober 2020
Bristol/Helsinki/München – Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 nutzt anders als sein Vorgänger SARS-CoV-1 neben ACE2 einen weiteren Rezeptor zum Eintritt in die Zellen. Die Bindung an Neuropilin-1, die 2
Zweiter Rezeptor für SARS-CoV-2 erklärt breites Symptomspektrum von COVID-19
19. Oktober 2020
Peking – Während die meisten Hersteller in westlichen Ländern bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 auf moderne Proteinvakzinen oder auf rekombinante Viren beziehungsweise
SARS-CoV-2: Impfstoff aus inaktivierten Viren in Phase-1-Studie auch bei älteren Menschen immunogen
9. Oktober 2020
Boston und Toronto – Die Befürchtung, dass die Immunität nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 nur von kurzer Dauer ist, scheint sich nicht zu bestätigen. In 2 Studien aus Kanada und den USA in Science
COVID-19: Protektive Antikörper auch nach Monaten noch in Blut und Speichel nachweisbar
9. Oktober 2020
Berkeley/Kalifornien – US-Forscher haben einen Schnelltest zum Nachweis von SARS-CoV-2 entwickelt, der auf der Genschere CRISPR beruht. Das handliche Gerät lieferte mit Unterstützung eines Smartphones
Genschere CRISPR erkennt SARS-CoV-2 in 5 Minuten
8. Oktober 2020
Boston – Eine frühere Infektion mit harmlosen Coronaviren, die in der Regel nur eine „Erkältung“ verursachen, hat in einer Studie im Journal of Clinical Investigation (2020; DOI: 10.1172/JCI143380)
COVID-19: Frühere Infektionen mit anderen Coronaviren könnten vor schweren Verläufen schützen
6. Oktober 2020
Frankfurt am Main – Das Aufstellen von 4 kommerziell erhältlichen Luftreinigern hat in einer experimentellen Studie die Konzentration von Aerosolen in einem Klassenraum innerhalb einer halben Stunde
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER