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Medizin

Antikörper blockiert allergische Reaktion bei Asthma

Mittwoch, 21. Mai 2014

Hamilton – Die intravenöse Injektion eines monoklonalen Antikörpers könnte Asthma-Patienten über Wochen vor einer allergischen Reaktion der Atemwege schützen. Dies geht aus einer Phase I-Studie hervor, deren Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Thoracic Society in San Diego veröffentlicht und im New England Journal of Medicine (2014; doi: 10.1056/NEJMoa1402895) publiziert wurden.

Der humanisierte monoklonale Antikörper AMG 157 blockiert das Zytokin TSLP (thymic stromal lymphopoietin), das nach Allergenkontakt von den Epithelien der Atemwege gebildet wird. Immunologen schreiben ihm eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung allergischer Symptome zu, insbesondere in den Atemwegen. Die US-Firma Amgen untersucht derzeit die klinischen Möglichkeiten von AMG 157 beim allergischen Asthma.

Insgesamt 31 Patienten mit atopischem Asthma erhielten insgesamt drei intravenöse Infusionen (Tage 1, 29 und 57) mit AMG 157 oder Placebo. Mit einem zeitlichen Abstand von mehreren Wochen (Tage 42 und 84) wurden allergische Tests durchgeführt. Die Patienten atmeten die Allergene ein und das Team um Paul O’Byrne von der McMaster Universität in Hamilton bestimmte den Abfall der forcierten Einsekundenkapazität (FEV1), die ein Maß der allergischen Reaktionen in den Atemwegen ist.

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An beiden Terminen kam es bei den mit AMG 157 behandelten Patienten zu einer deutlichen Abschwächung sowohl der Sofort- als auch der Spätreaktion, die laut O’Byrne die breite Wirkung gegen die allergische Reaktion unterstreicht. Auch der Anstieg der Eosinophilen im Blut und im Sputum blieb aus. Geringe Konzentrationen von Stick­stoffmonoxid in der Ausatemluft (eNO) zeigten, dass die Entzündungsreaktion in den Atemwegen deutlich abgeschwächt wurde.

Der Stellenwert von AMG 157 lässt sich nach den ersten klinischen Experimenten noch nicht vorhersehen. Die günstige Wirkung auf die allergische Reaktion in den Atemwegen und die langfristige Wirkung auf die Entzündungsparameter stimmen O’Byrne jedoch zuversichtlich, dass die bereits begonnene Phase II-Studie die Wirksamkeit bestätigen wird. © rme/aerzteblatt.de

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