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Medizin

HIV, Tbc, Hepatitis: Migranten in der EU häufiger infiziert

Donnerstag, 22. Mai 2014

Stockholm – Menschen, die aus anderen Kontinenten nach Europa kommen, sind häufiger als Einheimische mit HIV, Mycobacterium tuberculosis oder anderen Erregern infiziert. Die Gefahr, dass sie die Ausbreitung der Infektionen in Europa fördern, ist laut einem Report des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) jedoch begrenzt.

In den Jahren 2007 bis 2011 entfielen 39 Prozent aller HIV-Infektionen in Europa auf Migranten, wobei die meisten Neuerkrankungen, nämlich 92 Prozent, aus den westeuropäischen Ländern gemeldet wurden. Der hohe Anteil erklärt sich aus der starken Verbreitung von HIV in den Heimatländern, wobei nicht nur die Länder südlich der Sahara betroffen sind.

Durch sexuelle Kontakte können sich Einheimische infizieren, bei Menschen afrika­nischer Herkunft sind dies in der Regel heterosexuelle Kontakte, bei Migranten aus Latein-Amerika kommt es häufiger zur Übertragung beim Sex unter Männern. Die Richtung des Vektors geht keineswegs immer von den Migranten zu den Einheimischen.

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Der Report der ECDC weist darauf hin, dass sich viele Migranten erst in Europa infizieren – eventuell bei Migranten, die schon länger in Europa leben. Das Risiko könnte dadurch gefördert werden, dass die HIV-Infektion bei Migranten in der Regel in einem späteren Stadium als bei Einheimischen diagnostiziert wird. Die klassischen Geschlechts­krankheiten Syphilis und Gonorrhö treten dem Report zufolge nicht überproportional häufig bei Migranten auf.

Während der Anteil der HIV-Infektionen, die auf Migranten entfallen, in den letzten Jahren gleich geblieben ist, ist es bei der Tuberkulose zu einem Anstieg von 10 Prozent in 2000 auf 25 Prozent in 2010 gekommen. Die meisten Tuberkulose-Kranken stammen aus Südasien gefolgt vom südlichen Afrika und Osteuropa. Eine starke Zunahme von multiresistenten Keimen ist nach den Recherchen der ECDC bisher nicht aufgetreten. Die Sorge, dass sich Einheimische bei Migranten infizieren, sei unbegründet.

Kein Ansteckungsrisiko besteht bei der Hepatitis B und C, die bei Migranten deutlich häufiger sind als bei Einheimischen. Die Datenlage ist hier jedoch, vor allem bei der Hepatitis C lückenhaft. Bei der Hepatitis B könnte etwa die Hälfte aller Erkrankungen auf Migranten entfallen. Die meisten Infizierten kommen aus Osteuropa, Asien und dem Afrika südlich der Sahara.

© rme/aerzteblatt.de

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