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Ärzteschaft

KV Baden-Württemberg fordert ambulanten Pflichtteil in der Weiterbildung

Donnerstag, 22. Mai 2014

Köln – Angehende Fachärzte sollen künftig einen Teil ihrer Weiterbildung verpflichtend in den Praxen niedergelassener Ärzte absolvieren. Das hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg, Norbert Metke, im Vorfeld des Deutschen Ärztetages gefordert. Dieser findet in der nächsten Woche in Düsseldorf statt. Die ambulante Weiterbildung wird dort Thema sein.

Voraussetzung für eine ambulante Pflichtweiterbildung ist allerdings Metke zufolge, dass die Finanzierung der Weiterbildungsstellen gesichert ist. Die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) habe hierzu bereits Vorschläge unterbreitet. Diese sehen die Einrichtung eines Stiftungsmodells vor, das sich über einen Systemzuschlag finanziert, also über Zuschläge für stationäre und ambulante Behandlungen, sowie über Steuer­gelder.

„Wir streben an, dass jeder Weiterbildungsassistent in der Praxis das gleiche Gehalt bekommt wie die jungen Kollegen in der Klinik“, hatte KBV-Vorstand Regina Feldmann erst am vergangenen Dienstag bei der Vorstellung einer Werbekampagne für den ärztlichen Nachwuchs bekräftigt. Angesichts der Widerstände gegen eine ambulante Pflichtweiterbildung in den Ärztekammern und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) sieht Metke aber auch die KVen in der Pflicht: „Das KV-System muss sich überlegen, ob nicht ambulante Pflichtelemente in der Facharztweiterbildung über die Honorarsystematik und damit den EBM geregelt werden müssen.“

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In den vergangenen Jahren habe sich das Spektrum der ambulanten Leistungen deutlich erweitert, sagte Metke. „Heute werden etwa 95 Prozent aller medizinischen Behand­lungen ambulant durchgeführt.“ Da sei es schon kurios, wenn Ärzte heute weitergebildet würden, ohne Erfahrungen im ambulanten Bereich zu sammeln. „Nur mit den Kenntnissen der ambulanten Versorgung ist ein Arzt Arzt“, so Metke.

Der Deutsche Ärztetag hatte sich im vergangenen Jahr nach heftigen Debatten darauf geeinigt, die ambulante Weiterbildung zu stärken, aber keine Pflicht einzuführen. Zu­gleich müsse sichergestellt werden, dass genügend zusätzliche Weiterbildungsstellen sowie eine ausreichende Finanzierung dieser Stellen geschaffen würden, hieß es in dem Beschluss. Die Ärzte in Weiterbildung müssten in den Praxen die gleichen tariflichen Konditionen vorfinden wie ihre Kollegen im Krankenhaus.

Diese Ansicht teilt auch der Marburger Bund, der anstrebt, als Tarifpartner auch die Interessen der angestellten Ärzte in den Praxen zu vertreten. Allerdings ist die Ärztegewerkschaft damit bei den ärztlichen Verbänden und KVen bisher nicht auf viel Gegenliebe gestoßen. „An sich hat sich hier noch nichts bewegt“, sagte MB-Vorstand Hans-Albert Gehle vor kurzem gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Der MB habe  Gesprächsbereitschaft signalisiert. Aber: „Solange das nicht geregelt ist, wird es mit mir keine Pflicht geben.“ © HK/aerzteblatt.de

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