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Politik

Gesundheits­wirtschaft für grenzüber­schreitende Zusammenarbeit

Donnerstag, 22. Mai 2014

Rostock – Die Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns will bei ihrer Arbeit mehr über den eigenen Tellerrand schauen. Die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft habe klar die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gezeigt, sagte der Chef der Nordost-Gesundheitswirtschaft, Horst Klinkmann, gestern zum Abschluss der Konferenz. Das zeige sich in unterschiedlichen Systemen der Krankenversorgung in Nachbarländern, die teilweise zum Missbrauch von Sozialleistungen führen können.

Auch hielten sich Krankheitserreger nicht an Ländergrenzen, was eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig mache. So beschlossen die Universitätsmedizin Greifswald und der polnische Klinikbetreiber EMC auf der Rostocker Konferenz den gemeinsamen Kampf gegen multiresistente Krankenhauserreger. Dies sind Bakterien, die mit gängigen Antibiotika kaum zu bekämpfen sind. „Längst verlaufen die Patientenströme quer durch Europa“, hieß es.

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EMC mit Sitz in Wroclaw (Breslau) ist den Angaben zufolge mit acht Kliniken und 16 Medizinischen Versorgungszentren der größte private Anbieter von medizinischen Dienstleistungen in Polen. Bereits am Dienstag hatte Klinkmann der russischen Delegation ein Angebot des Landes überreicht, das die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal beinhaltet.

Mecklenburg-Vorpommern als Modellregion für verschiedene Forschungen
Nach Worten Klinkmanns ist der demografische Wandel eine Chance für Mecklenburg-Vorpommern, da dort etwa die Pharmaindustrie sehen könne, welche Bedürfnisse und Probleme eine älter werdende Gesellschaft haben werde. Das Land könne so deutsch­landweit eine Modellregion für verschiedene Forschungen darstellen. Dies habe auch die Pharmaindustrie erkannt, die sich nun verstärkt im Nordosten engagieren wolle.

Es gebe auch gute Gespräche mit der Fraunhofer-Gesellschaft über den Aufbau eines Instituts, das die verschiedenen Heilsysteme der Welt überprüfen und versuchen soll, wichtige Bestandteile in die klassische europäische Medizin zu übertragen. Der Auftrag lautet Qualitätssicherung. „Wer heilt, hat recht“, sagte Klinkmann.

Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung der Gesundheitswirtschaft. Sie habe sich zu einem Motor der regionalen Wirtschafts­entwicklung herausgebildet. Bis vor wenigen Jahren sei sie noch als Teil der Grundver­sorgung und als Kostenfaktor des Solidarsystems wahrgenommen worden, sagte Glawe. Das Land verfüge über ein hervorragendes Angebot aller Dienstleistungen insbesondere im sogenannten Zweiten Gesundheitsmarkt. © dpa/aerzteblatt.de

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