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Ärzteschaft

Ärztinnenbund fordert Frauenquote im Gesundheitswesen

Donnerstag, 22. Mai 2014

Berlin – Das Schlagwort von der Feminisierung der Medizin ist bislang eher ein Mythos als Wirklichkeit. Darauf hat der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) im Vorfeld des Deutschen Ärztetages hingewiesen. „Derzeit beträgt der Frauenanteil der berufstätigen Mediziner rund 45 Prozent – hochgerechnet anhand der bisherigen Steigerungsraten werden Ärztinnen in Kliniken und Praxen frühestens etwa im Jahr 2027 entsprechend ihrem Anteil in der Bevölkerung vertreten sein“, sagte DÄB-Präsidentin Regine Rapp-Engels. Auch wenn die Studienanfängerinnen im Fach Medizin bei 63 Prozent angelangt seien, hätten sie aufgrund struktureller und mentaler Barrieren nach wie vor schlechtere Karrierechancen, kritisierte sie.

Laut dem DÄB besetzen Frauen im Augenblick 26 Prozent der Leitungsfunktionen in deutschen Krankenhäusern. Den Anteil der Chefärztinnen schätzt der Verband auf acht bis zehn Prozent. Bei den W3/C4 Professuren stellten Frauen 5,6 Prozent.

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„Der Deutsche Ärztinnenbund fordert eine verbindliche Frauenquote, weil die Zukunft der Medizin bisher nur auf der Ebene der Assistenzärztinnen weiblich ist“, sagte Rapp-Engels. Statt den Ärztemangel zu beklagen, sei es wichtig, familien- und frauenfreundliche Arbeitsbedingungen in Kliniken und Praxen umzusetzen.

„Zum anderen muss ein Kulturwandel stattfinden, damit sich perspektivisch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis auch in Führungspositionen wie bei Chefärztinnen, Klinikleitungen, in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und in der Wissenschaft widerspiegelt“, so die DÄB-Präsidentin. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 1. Juni 2014, 12:27

vor allem Psychotherapie und Psychologie...

... sind heute weiblich dominiert! Wer bei Psychotherapietagen schon mal als zweiter Mann unter 50 Veranstaltungsteilnehmerinnen saß, weiß wovon ich schreibe. Für Psychologie und Psychotherapie sind dringend Männerquoten erforderlich, damit nicht genderspezifische Unterversorgung eintritt. Wer aus persönlichen Motiven zu einer Frau keine therapeutische Beziehung aufbauen kann oder will, muss schon heute vielfach längere Wartezeiten in Kauf nehmen oder auf Therapie verzichten. Die "Verweiblichung" der Psychotherapie ist mittlerweile ein ernsthaftes Problem für viele Männer, die Hilfe suchen. Viele der bereits in drastischer Unterzahl befindlichen männlichen Psychotherapeuten befinden sich in der Endphase ihrer Berufstätigkeit und werden in absehbarer Zeit ausscheiden - und der Nachwuchs ist zu 90% weiblich!
Avatar #109757
Loewenherz
am Samstag, 31. Mai 2014, 21:27

Männerquote

wenn wir uns das so ansehen: 45% der Mediziner sind derzeit Frauen, 63% der studienanfänger auch... würde ich sagen die Argumentation ließe ebenfalls eine Forderung für eine Männerquote für die Studienzulassung zu, hier scheint das Gleichgewicht verschobener.
Avatar #38287
Bretscher
am Freitag, 30. Mai 2014, 18:54

Forderung nach Frauenquote

Haben in unserer Klinik die Stelle eines internistischen Chefarztes/ärztin im Rahmen einer 2-köpfigen Chefarztgemeinschaft ausgeschrieben - unter den zahlreichen qualifizierten Bewerbern war keine Frau. Haben OA-Stellen ausgeschrieben - keine Frau als Bewerber. Also absurde "Quotenregelenung". Ich kenne viele Kolleginnen, die sich nach dem Facharzt einfach eine "Teilzeitnische" suchen - in Klinik oder Praxis. Vielleicht wollen sie unter anderem die Falle einer "Freizeitmutter" vermeiden. Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt sind emotional und imperativ eine andere Kategorie als Zeugung.
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