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Nosokomiale Infektionen zurückgegangen – aber keine Entwarnung

Donnerstag, 22. Mai 2014

Berlin – Über einen Rückgang bei den nosokomialen Infektionen in der Gynäkologie und Geburtshilfe berichtet der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA). „Die Raten an nosokomialer Früh- und Neugeborenensepsis und an Harnwegsinfektionen nach gynäkologischen Operationen sind gesunken“, sagte Regina Klakow-Franck, unpar­teiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Qualitätssicherung.

Sie bezog sich damit auf eine Sonderauswertung von Qualitätsdaten zu nosokomialen Infektionen in Krankenhäusern. Grundlage dieser Sonderauswertung sind Daten der externen stationären Qualitätssicherung, die im Krankenhaus erworbene Infektionen und die Häufigkeit vorbeugender Antibiotikagabe erfasst hat. Die Daten beziehen sich auf die Jahre 2009 bis 2012 und fokussieren auf orthopädische und gynäkologische Opera­tionen.

„Trotz der erfreulichen Einzelergebnisse müssen wir insgesamt unsere Anstrengungen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen intensivieren. Der Zunahme an Risikopatienten – immer mehr ältere Menschen mit Begleiterkrankungen – steht eine rasante Resistenz­entwicklung bei den Krankheitserregern gegenüber“, sagte Klakow-Franck.

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Sie wies daraufhin, dass Häuser, die an einem Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) teilnehmen, die Rate an nosokomialen Infektionen in der Vergangenheit bis zu 30 Prozent senken konnten. „Um dies zu fördern, planen wir, dass die strukturier­ten Qualitätsberichte der Krankenhäuser ab nächstem Jahr darüber Auskunft geben, ob ein Krankenhaus an einem KISS teilnimmt oder nicht“, sagte die Unterausschuss-Vorsitzende.

Die externe stationäre Qualitätssicherung dokumentiert die Versorgung in derzeit 30 Leistungsbereichen anhand von mehr als 450 festgelegten Qualitätsindikatoren. Alle Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, an dem Verfahren teilzunehmen, das einen bundesweiten Qualitätsvergleich ermöglicht. Die Ergebnisse werden im sogenannten Qualitätsreport dargestellt, der seit dem Berichtsjahr 2012 auch ein Kapitel zu nosokomialen Infektionen enthält.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ziehen sich jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten medizinischen Behandlung eine nosokomiale Infektion zu. Nach internationalen Expertenschätzungen gelten davon 20 bis 30 Prozent als vermeidbar. © hil/aerzteblatt.de

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