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Ärzteschaft

AWMF drängt auf zügige Einigung über Gestaltung des Medizinstudiums

Donnerstag, 22. Mai 2014

Düsseldorf – Die Ärzteschaft und die medizinischen Fakultäten sollten sich zügig über die künftige Gestaltung des Medizinstudiums verständigen. Das hat die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) angemahnt. „Andernfalls besteht die Gefahr, dass andere Berufsgruppen diese Aufgabe übernehmen“, warnte Karl Heinz Rahn, Präsident der AWMF. Er bezog sich damit auf die Koalitionsvereinbarungen, in denen CDU und SPD einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ angekündigt haben.

Der Hochschulausschuss der Kultusministerkonferenz hatte schon im Jahr 2009 angeregt, einen Qualifikationsrahmen für das Medizinstudium zu entwickeln. Daraufhin nahmen der Medizinische Fakultätentag (MFT) und die Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) die gemeinsame Arbeit an einem sogenannten Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) auf und bildeten eine Lenkungsgruppe.

Ihr gehören jeweils acht stimmberechtigte Vertreter von MFT und GMA an sowie beratende Mitglieder unter anderem aus AWMF, Bundesärztekammer, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bundesministerium für Gesundheit und Vertreter der Studierenden. Ziel ist die Beschreibung eines Kerncurriculums vom Beginn des Studiums bis zur ärztlichen Approbation. Im Juli 2013 legte die Lenkungsgruppe einen Entwurf vor.

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Mehr als 80 wissenschaftliche Fachgesellschaften haben diesen kommentiert. Neben Lob gab es dabei auch viel Kritik.

Positiv bewerten die Fachgesellschaften den Vorschlag, sogenannte Kompetenzebenen einzuführen. Denn diese ermöglichten es, zwischen Faktenwissen und Handlungs­kompetenz zu unterscheiden. Kritisiert wurde vor allem, dass naturwissenschaftliches und medizinisches Grundlagenwissen und deren Zusammenhänge unterbewertet seien.

Der Katalog sei außerdem zu umfangreich und einzelne Lernziele so detailliert beschrieben, dass sie rasch zu veralten drohten. Dem Begriff „Kerncurriculum“ werde der vorliegende Entwurf nicht gerecht, befanden die Teilnehmer einer Delegierten­konferenz der AWMF am 10. Mai in Frankfurt.

Martin Fischer, Vorsitzender der Lenkungsgruppe aus München, sagte zu, dass die zahlreichen Kommentare und Anregungen besprochen und nach Möglichkeit in einem neuen Entwurf des NKLM berücksichtigt würden. Falls erforderlich, finden weitere Einzelgespräche mit Fachgesellschaften statt. Die überarbeitete Version des NKLM soll den Fachgesellschaften bis Anfang Juli 2014 zugehen. Danach ist ein Abstimmungs­verfahren vorgesehen, an dem alle Fachgesellschaften der AWMF beteiligt sind. © hil/aerzteblatt.de

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