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Medizin

Weniger postoperative Pankreasfisteln durch Pasireotid

Freitag, 23. Mai 2014

New York – Das Somatostatin-Analogon Pasireotid, das die exokrine Pankreassekretion blockieren kann, hat in einer Doppelblindstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2014; 370: 2014-2022) die Häufigkeit von Pankreasfisteln, Leckagen oder Abszessen nach Resektionen der Bauchspeicheldrüse gesenkt.

Die aggressive Wirkung der Pankreasenzyme komplizieren chirurgische Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse. Es kommt postoperativ häufig zu Fisteln, Leckagen oder Abszessen, die die Erholung des Patienten verzögern und manchmal sein Leben gefährden. Als mögliche Prophylaxe bietet sich die Gabe von Somatostatin an, da das Hormon die Bildung der exokrinen Pankreasenzyme hemmt.

Die Erfahrungen mit dem Somatostatin-Analogon Octreotid sind jedoch zwiespältig. In europäischen Studien konnte die Rate von postoperativen Fisteln gesenkt werden, US-Studien konnten dies jedoch nicht bestätigen. Viele Kliniken haben dort die Behandlung wieder verlassen.

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Ein Grund für die unzuverlässige Wirkung könnte die geringe Halbwertzeit von Octreotid von weniger als zwei Stunden sein, die eine kontinuierliche Hemmung des exokrinen Pankreas erschwert. Das 2012 (zur Behandlung des Morbus Cushing) zugelassene Pasireotid ist hier aufgrund einer Halbwertzeit von 11 Stunden prinzipiell im Vorteil. Außerdem bindet Pasireotid an vier von fünf Subtypen des Somatostatin-Rezeptors, Octreotid dagegen nur an zwei Subtypen.

Das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York, eines der führenden Behandlungszentren für Krebserkrankungen in den USA, hat Pasireotid in einer randomisierten Doppelblindstudie an 300 Patienten erprobt. Die Patienten wurden ab dem Morgen der Operation für eine Woche zweimal täglich mit Pasireotid oder Placebo behandelt. Endpunkt war die Entwicklung von Pankreasfisteln, Leckagen oder Abszessen vom Grad 3, die die Anlage einer Drainage erforderlich machen.

Wie Peter Allen und Mitarbeiter berichten, senkte Pasireotid die Rate der Komplikationen von 21 auf 9 Prozent (relatives Risiko 0,44; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,24-0,78). Diese günstige Wirkung trat nach Pankreatikoduodenektomien (21 auf 10 Prozent; relatives Risiko 0,49; 0,25-0,95) ebenso auf wie nach distaler Pankreatektomie (23 auf 7 Prozent; relatives Risiko 0,32; 0,10-0,99) und unabhängig davon, ob der Pankreasgang an der Resektionsgrenze dilatiert war oder nicht.

Allen zieht ein positives Fazit der Studie. Der einzige Nachteil der Behandlung war ein häufiges Auftreten einer Nausea, die bei 17 Prozent zu einem vorzeitigen Abbruch der Pasireotid-Injektionen führte. © rme/aerzteblatt.de

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