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„Gut vorbereitet nach Brasilien!“

Freitag, 30. Mai 2014

Köln – Bei drei Weltmeister- und zwei Europameisterschaften hat der Ärztliche Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes Prof. Dr. Tim Meyer die Fußballnationalmannschaft bereits betreut. Auch in Brasilien wird er wieder dabei sein. Das Deutsche Ärzteblatt fragte Meyer nach seinen Vorbereitungen und was er bei der kommenden WM erwartet.

5 Fragen an Prof. Dr. med. Tim Meyer

DÄ: Wie setzt sich der medizinische Betreuungsstab zusammen, mit dem sie nach Brasilien fahren?
Meyer: Das medizinische Team im engeren Sinne besteht aus drei Ärzten und vier Physiotherapeuten. Wir zählen aber auch die beiden Fitnesstrainer und den Sportpsychologen dazu. Sie sind auch bei den regelmäßigen Sitzungen dabei.

DÄ: Welche Ausrüstung nehmen sie mit zur WM?
Meyer: Zunächst einmal nehmen wir unsere Medikamentenausstattung mit. Da sind wir gerne autonom und damit nicht auf die Verfügbarkeit im Gastland angewiesen. Außerdem haben wir einige Geräte im Gepäck, zum Beispiel zur Ultraschall-und Kältebehandlung. Vor Ort gibt es aber auch ein Krankenhaus, das ist mit einem Standard ausgestattet wie wir ihn aus Deutschland kennen. Auf diese Ressourcen vor Ort müssen wir vor allem in der Diagnostik zurückgreifen, also in der Bildgebung und beim Labor, wenn es denn nötig werden sollte.

DÄ: Was haben Sie im Vorfeld mit den Spielern gemacht? Gibt es so etwas wie ein WM-Pre-Check?
Meyer: Wir müssen vor Beginn der WM gegenüber der FIFA die Sporttauglichkeit der einzelnen Spieler erklären. Dafür konnten wir auch auf Untersuchungen und Befunde aus den Vereinen zurückgreifen. In Deutschland müssen alle Profifußballspieler nämlich einmal im Jahr zu einem umfassenden medizinischen Check. Das meiste liegt also schon vor, also Ruhe- und Belastungs-EKG, Echo, Routinelabor, eine orthopädische Untersuchung. Wir haben aber bei allen Spielern noch einmal eine Anamnese erhoben, sie dementsprechend untersucht und ein aktuelles Labor-Screening gemacht.

DÄ: Gibt es Maßnahmen, um die Spieler nach einer langen Liga-Saison fit für die WM zu machen?
Meyer: Naja, bei fast allen Spielern war das letzte wichtige Spiel mindestens vier Wochen vor unserem Einstieg in die WM. Das ist gar nicht so wenig Zeit zur Erholung. Ich berate natürlich sportmedizinisch bei der Trainingssteuerung und empfehle gelegentlich auch regenerationsfördernde Maßnahmen, also zum Beispiel Eisbehandlungen, Sauna. Es kann sich aber auch um so einfache Dinge handeln wie den guten Nachtschlaf, auf den wir achten. Der kann bei der ganzen Aufregung nämlich auch einmal zu kurz kommen.

DÄ: Auf welche besonderen medizinischen Probleme bereiten Sie sich bei einer WM in Südamerika vor?
Meyer: Drei Aspekte haben wir besonders im Blick. Da ist zum einen das feuchte und heiße Klima. Wir müssen uns also auf hitzeassoziierte Gesundheitsstörungen einstellen, für eine gute Flüssigkeitszufuhr, Kühlung, entsprechende Kleidung sorgen…

Ein zweiter Bereich ist die Hygiene. Da geht es dann zum Beispiel um das Trinkwasser, um Durchfallerreger und um Hepatitis A-Prophylaxe. Wir sind zwar gut untergebracht, aber natürlich werden Spieler oder Betreuer sich auch einmal außerhalb des Hotels aufhalten.

Der dritte Aspekt sind Infektionen, die es bei uns nicht gibt, zum Beispiel die Malaria. Wir sind zwar in einem Gebiet, in dem das kein Problem sein sollte, aber einige Betreuer reisen auch im Land herum. Wir sind daher entsprechend ausgestattet. Dann das Gelbfieber. Hier haben wir für einen guten Impfstatus gesorgt. Beim Denguefieber ist dies bekanntlich nicht möglich, daher geht es hier vor allem um die Stichprophylaxe.

Für uns alle wird Brasilien sehr spannend, ich glaube wir sind gut vorbereitet! © hil/mis/aerzteblatt.de

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