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Ärzteschaft

Honorarbericht: Durchschnittlicher Rückgang je Arzt im ersten Quartal 2013

Freitag, 23. Mai 2014

dpa

Berlin – Andreas Gassen und Regina Feldmann, die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), haben angekündigt, bei den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen im Herbst den gebremsten Honoraranstieg der niedergelassenen Ärzte zum Thema machen zu wollen. Mit Blick auf die Entwicklung von 2011 zu 2012, die durch einen rechnerischen Rückgang des durchschnittlichen Honorarumsatzes je Arzt/ Psychotherapeut von 0,6 Prozent gekennzeichnet war, schreiben Gassen und Feldmann im jüngsten Honorarbericht der KBV für das erste Quartal 2013: „Diese Situation ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, und daran, dass es nicht so weitergeht, wird die KBV mit Nachdruck arbeiten.“

Honorarumsatz je Arzt ist um 0,9 Prozent gesunken
Im Vergleich des ersten Quartals 2013 mit dem Vorjahresquartal ist der Honorarumsatz je Arzt/Psychotherapeut um 0,9 Prozent gesunken, von 52.489 auf 52.008 Euro. Je Be­hand­lungsfall ging der Honorarumsatz über alle Gruppen von 59,95 auf 59,67 Euro zurück (- 0,5 Prozent). In Bayern war der rechnerische Rückgang beim Honorarumsatz je Arzt mit fünf Prozent am stärksten, in Rheinland-Pfalz das Honorarplus mit 3,2 Prozent am höchsten. Im vergangenen Honorarbericht hatte die KBV allerdings darauf hinge­wiesen, dass in Bayern und Baden-Württemberg die separaten Einnahmen aus Selek­tivv­erträgen für ein realistisches Bild einzubeziehen seien.

Die Übersicht der KBV belegt auch, wie unterschiedlich die Honorarumsätze je Arzt/Psycho­therapeut von Bundesland zu Bundesland sind: In Mecklenburg-Vorpommern lagen sie mit 63.767 Euro am höchsten, in Berlin mit 41.146 Euro am niedrigsten. Betrachtet man die Honorarumsätze je Behandlungsfall, so führt Bayern mit 66,28 Euro, Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 59,29 Euro, und Thüringen bildet mit 53,29 Euro das Schlusslicht. Die Angaben sind auch ein Hinweis darauf, dass die Zahl der durchschnitt­lich behandelten Patienten in den einzelnen Regionen unterschiedlich hoch ist.

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Hausärzte: Deutlicher Anstieg der Behandlungsfälle
Im hausärztlichen Versorgungsbereich ist der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt im ersten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3 Prozent auf 52.264 Euro gestiegen, der Umsatz je Behandlungsfall jedoch um durchschnittlich 2,3 Prozent zurückgegangen auf 58,04 Euro. „Trotz leicht gestiegenem Honorarumsatzvolumen dominiert in den meisten KV-Bezirken der Anstieg der Behandlungsfallzahlen (+ 5,2 Prozent im Bundesdurchschnitt), der zum Teil auf die weggefallene ,Praxisgebühr‘ zurückzuführen sein dürfte“, heißt es im Honorarbericht.

Die regionalen Unterschiede sind auch bei Allgemeinärzten und hausärztlichen Internisten im Durchschnitt groß: In Hamburg betrug der Honorarumsatz im ersten Quartal 2013 genau 38.293 Euro (- 0,6 Prozent), in Sachsen 62.399 Euro (+ 6,8 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern 60.525 Euro (+ 2,5 Prozent), in Thüringen 60.000 Euro (+ 5,2 Prozent), in Brandenburg 59.801 Euro (+ 4,5 Prozent).

Fachärzte: Ebenfalls erhebliche regionale Unterschiede
Was den fachärztlichen Versorgungsbereich anbelangt, zu dem auch die Gruppe der ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten zählt, so ist der Honorarumsatz je Arzt/Psychotherapeut im Vergleich zum ersten Vorjahresquartal 2012 im Folgejahr um 2,6 Prozent zurückgegangen auf 50.035 Euro. Im gleichen Zeitraum stieg der Honorar­umsatz je Behandlungsfall auf 1,2 Prozent (65,02 Euro).

Auch hier sind regionale Unterschiede unübersehbar: Während der Umsatz je Facharzt in Berlin bei 37.763 Euro (- 1,7 Prozent) lag und in Hessen bei 42.137 Euro (- 4,1 Prozent), betrug er in Mecklenburg-Vorpommern 61.894 Euro (+ 2,1 Prozent) und in Thüringen 60.588 Euro (- 0,3 Prozent). Beim Honorarumsatz je Behandlungsfall lag die Spanne zwischen 71,24 Euro im Saarland (+ 2,7 Prozent) und 50,55 Euro in Brandenburg (-1,8 Prozent).

Über Unterschiede im Leistungsspektrum der Fachärzte sowie Unterschiede in der Patientenklientel gibt der Honorarbericht keine Auskunft. Der Überschuss je Arzt aus vertragsärztlicher Tätigkeit lag nach Angaben der KBV im ersten Quartal 2013 bei durchschnittlich 27.431 Euro (- 0,9 Prozent). Die Spanne reicht von 13.453 Euro bei den ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten und 21.168 Euro bei den Neuro­logen über 42.815 Euro bei den Gastroenterologen bis zu 52.930 Euro bei den Hämatologen/Onkologen.

Für einige Gruppen wie zum Beispiel die Nephrologen liegen keine ausreichenden Angaben vor. Die KBV verweist zudem darauf, dass „die individuelle Situation der Praxis eine entscheidende Rolle auch beim Honorarumsatz“ spielt. Genauso wichtig seien „die Rahmenbedingungen, die die jeweilige Region bietet“.

156 Millionen Euro Steigerung insgesamt
Die Summe der Gesamtvergütungen ist im Berichtszeitraum um 1,9 Prozent beziehungs­weise 156 Millionen Euro auf 8,3 Milliarden Euro gestiegen. Der Anteil der morbiditäts­orientierten Gesamtvergütung beträgt regional zwischen 64 und 75 Prozent. Rund ein Drittel bis ein Viertel der Vergütung wird also extrabudgetär erzielt. Die KBV weist darauf hin, dass im ersten Quartal 2013 in den meisten KVen die Leistungen der Psycho­therapie sowie der probatorischen Sitzungen von der morbiditätsorientierten Gesamt­vergütung in die extrabudgetäre Gesamtvergütung überführt wurden. In anderen KVen wurde die Veränderung erst im zweiten Quartal 2013 vorgenommen. © Rie/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Samstag, 24. Mai 2014, 11:10

Rückgang anders formuliert: gebremster Anstieg

Wenn man bergab mühelos ins Rollen kommt, ist man ja froh, wenn die Bremsen wenigstens funktionieren ...
Unschlagbare Wortwahl des markigen Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin fürwahr!
LNS

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