NewsPolitikDeutsches Forum Kinderzukunft: „Präventionsmodelle ausweiten“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Deutsches Forum Kinderzukunft: „Präventionsmodelle ausweiten“

Freitag, 23. Mai 2014

Köln – „In Deutschland sind fünf bis zehn Prozent der Neugeborenen gefährdet, bis zum Alter von sechs Jahren Gewalt zu erleiden“, sagte Wilfried Kratzsch, ehemals leitender Oberarzt des Kinderneurologischen Zentrums der Sana Kliniken in Düsseldorf und Mitbegründer der Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft, gestern anlässlich des fünften Geburtstags der Stiftung.

Die Gefährdung  des Kindeswohls lasse sich in den meisten Fällen bereits zum Zeitpunkt der Geburt erkennen, erklärte Kratzsch, deswegen setze das Präventionsmodell der Stiftung bereits in der Geburtsklinik an. Dort besuche eine Koordinatorin – eine geschul­te Kinderkrankenschwester oder Hebamme – die Mütter, um herauszufinden, welchen von ihnen es gesundheitlich schlecht gehe, wen die Mutterrolle zu überfordern scheine und wer psychisch krank oder drogenabhängig sei.

Erkenne die Koordinatorin ein Gefahrenpotenzial, vermittele sie den Familien Hebammen oder Kinderkrankenschwestern, die sie zuhause besuchen und berieten. Zudem kontaktiere sie Kinder- und Frauenärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen und die Jugendhilfe, die weitere Unterstützung anböten. 90 Prozent der Frauen, denen diese Hilfe angeboten wurde, hätten sie auch in Anspruch genommen, so Kratzsch.

Anzeige

Spendenkonto

Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft

Stadtsparkasse Düsseldorf

Kto.-Nr.: 1005323223

BLZ: 300 501 10

Ein ganz entscheidendes Merkmal des Präventionsmodells des Deutschen Forum Kinderzukunft sei die enge Zusammenarbeit zwischen Gesund­heitswesen und Jugendhilfe, sagte Thomas Fischbach, Kinderarzt aus Solingen und Mitglied der Stiftung. In der Vergangenheit, sei dies zu selten der Fall gewesen. Das Modell konnte nach Angaben des Kinderarztes bisher auf elf Geburts­kliniken mit 20 dazugehörenden Kommunen in Nordrhein Westfalen, vornehmlich im Rheinland, übertragen werden, und soll künftig weiter ausgebaut werden. Zudem sollen Gynäkologinnen und Gynäkologen noch stärker in die Arbeit der Stiftung einbezogen werden, so Fischbach.

Die Stiftung ist ein Bündnis von ehrenamtlich tätigen Experten aus Gesundheitswesen und Jugendhilfe, die das Ziel verfolgen, den präventiven Kinderschutz und die Gesundheitssituation psychosozial benachteiligter Kinder nachhaltig zu verbessern. Bis heute sind 300.000 Euro in das Präventionsmodell geflossen, meist aus Privatspenden und anfänglich auch aus Landesmittel. Um das Modell ausweiten zu können, müsse die Finanzierung der Koordinatorinnen in den Geburtskliniken gesichert werden: Für jedes Neugeborene betrage sie rund 60 Euro. Hier seien Politik und Krankenkassen gefordert, betonte Fischbach. © Ol/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Februar 2019
Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe informiert über Missbrauch und Vernachlässigung bei Kindern und Jugendlichen. Sie hat dazu einen entsprechenden Flyer aktualisiert und neu herausgegeben. „Die
Ärztekammer Westfalen-Lippe informiert über Kindermissbrauch und -vernachlässigung
25. Februar 2019
Köln – Das Leben von Millionen Kindern im Bürgerkriegsland Jemen ist nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef weiterhin bedroht. Trotz des Ende 2018 im schwedischen Stockholm geschlossenen
Unicef: Leben von Millionen Kindern im Jemen bedroht
18. Februar 2019
München – Die Chefin Kinderhilfsorganisation Save the Children International, Helle Thorning-Schmidt, hat die internationale Gemeinschaft zu mehr Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten
Save the Children fordert mehr Schutz für Kinder in bewaffneten Konflikten
13. Februar 2019
Düsseldorf – Im Fall einer Sorgerechtsentziehung können nach einem Urteil Pflegeeltern Vorrang vor leiblichen Verwandten haben. Wenn es dem Wohl eines Kindes besser dient, müsse seine Unterbringung
Urteil: Pflegeeltern können Vorrang vor Verwandten haben
11. Februar 2019
Berlin – Nach Angaben von Experten wachsen in Deutschland rund drei Millionen Kinder in Familien mit suchtkranken Eltern auf. Für die betroffenen Kinder könne dies schwerwiegend Folgen haben, erklärte
Experten fordern mehr Hilfen für Kinder mit suchtkranken Eltern
11. Februar 2019
Köln – Trotz eines Verbots in den meisten Ländern werden weltweit Zehntausende Jungen und Mädchen nach Angaben von Unicef als Kindersoldaten missbraucht. Gesicherte Zahlen gebe es zwar nicht, doch
Unicef: Bis zu 250.000 Kindersoldaten weltweit
8. Februar 2019
Stuttgart – Kinder suchtkranker Eltern werden Experten zufolge mit ihrem Problem zu häufig alleingelassen. Man müsse die Hilfsangebote systematisieren und das Umfeld stärker sensibilisieren, forderte
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER