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Medizin

Schlaganfall: Fast ein Drittel aller Hirnaneurysmen rupturieren

Freitag, 23. Mai 2014

Helsinki – Die Wahrscheinlichkeit, dass das Aneurysma einer Hirnarterie im Verlauf des Lebens rupturiert und damit eine oft tödliche Subarachnoidalblutung auslöst, ist möglicherweise größer als bisher angenommen, wie eine Studie aus Finnland in Stroke (2014, doi:10.1161/STROKEAHA.114.005318) zeigt, die die Bedeutung der Aneurysmagröße als entscheidenden Risikofaktor infrage stellt.

Das Zentralkrankenhaus der Universität Helsinki gehört zu den international renommier­ten Zentren zur Erforschung von Aneurysmen der Hirnarterien. Die finnischen Forscher haben die weltweit umfangreichste Zwillingsstudie zur Erblichkeit der Hirnaneursymen durchgeführt sowie die größte Langzeituntersuchung zu Subarachnoidalblutungen bei Diabetikern.

Auch wichtige Erkenntnisse zu den Risikofaktoren der Subarachnoidalblutungen und zur Lebenserwartung der Patienten verdanken die Neurologen den finnischen Forschern, die den Vorteil haben, dass sie das Schicksal ihrer Patienten relativ leicht in den unterschiedlichen Melderegistern des Landes nachverfolgen können.

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Für die aktuelle Untersuchung hat das Team um Seppo Juvela die Daten zu 118 Patien­ten recherchiert, bei denen zwischen den Jahren 1956 und 1978 an der Klinik ein Hirnaneurysma diagnostiziert worden war. Die Patienten waren damals im Durchschnitt 43,5 Jahre (22,6-60,7 Jahre) alt und das Aneurysma hatte einen Durchmesser von median 4 mm (2 bis 25 mm). In den Folgejahren kam es bei 34 Patienten (29 Prozent) zu einer Subarachnoidalblutung. Die Patienten waren bei der Ruptur des Aneurysma im Durchschnitt 51,3 Jahre (30,1-71,8 Jahre) alt. Juvela errechnet eine jährliche Rupturrate von 1,6 Prozent.

Die Ausgangsgröße des Aneurysmas gehörte zwar zu den Risikofaktoren, weitaus größer war aber der Einfluss von Geschlecht, Blutdruck und Rauchen. Am seltensten kam es bei männlichen Nichtrauchern mit niedrigem Blutdruck zu Subarachnoidal­blutungen. Hier sollte nach Ansicht von Juvela die Indikation für eine Entfernung oder Verödung des Aneurysmas zurückhaltend gestellt werden. Das höchste Rupturrisiko hatten dagegen weibliche Raucher mit einem Aneurysmadurchmesser von sieben Millimetern oder mehr. © rme/aerzteblatt.de

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