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Medizin

Dialyse-Gerät für Neugeborene füllt Lücke

Samstag, 24. Mai 2014

Vicenza – Nephrologen und Pädiater aus Italien haben ein Dialysegerät für Kleinkinder entwickelt, das laut der Publikation im Lancet (2014; doi: 10.1016/S0140-6736(14)60799-6) bei seinem ersten Einsatz einem Neugeborenen mit Multiorganversagen das Leben gerettet haben könnte.

Obwohl auf neonatologischen Intensivstationen jedes sechste Neugeborene ein akutes Nierenversagen erleidet, gibt es bisher kein auf die Bedürfnisse der Säuglinge abge­stimmtes Gerät zur Hämodialyse. Viele Kliniken ziehen deshalb eine Peritonealdialyse vor oder benutzen als Notlösung konventionelle Dialysegeräte.

Dabei kommt es allerdings leicht zu Fehlern bei der Berechnung des Ultrafiltratvolumens. Wenn dem Kind zu viel Flüssigkeit entnommen wird, kommt es schnell zu einer Dehy­dration und einem Blutdruckabfall. Ein zu niedriges Ultrafiltratvolumen hat Ödeme und einen Blutdruckanstieg zur Folge. Probleme bereitet vor allem das hohe Füllvolumen (Priming) der Dialysegeräte, weshalb Neugeborene häufig Bluttransfusionen benötigen, was häufig zu zusätzlichen Kreislaufproblemen führt.

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In 30-monatiger Entwicklungsarbeit hat das Team um Claudio Ronco vom Ospedale San Bortolo in Vicenza das Dialysegerät „Carpediem“ (Cardio-Renal Pediatric Dialysis Emergency Machine) für Säuglinge und Kleinkinder mit einem Körpergewicht zwischen 2 und 10 kg entworfen. Die einzelnen Komponenten wurden stark verkleinert, das Priming­volumen konnte auf 27 ml gesenkt werden. Die Flussrate kann zwischen 5 und 50 ml/min variiert werden. Das Gerät ist mit drei unterschiedlichen Filtern ausgerüstet, um die großen Unterschiede in der Körpergröße auffangen zu können.

Der erste Patient war ein Neugeborenes mit einem Körpergewicht von 2,9 kg, das unter der Geburt einen hämorrhagischen Schock mit Multiorganversagen erlitten hatte. Die Ärzte in Vicenza konnten die Organfunktion durch eine 20-tägige Hämodialyse so weit stabilisieren, dass das Mädchen am 50. Tag aus der Klinik entlassen werden konnte. Auch wenn sich die Nierenfunktion zu diesem Zeitpunkt noch nicht restlos erholt hatte, sprechen die Autoren von einem Erfolg. Ohne das Gerät hätte das Kind das akute Nierenversagen vermutlich nicht überlebt.

© rme/aerzteblatt.de

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