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Siemens eröffnet Museum für Medizintechnik

Sonntag, 25. Mai 2014

Blick in das MedMuseum von Siemens, im Bild eine Büste von Werner von Siemens

Erlangen ­– Nach einer vierjährigen Vorbereitungszeit hat Siemens gestern sein Unternehmensmuseum für Medizinische Technik in Erlangen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern in historischen Fabrikräumen aus dem Jahr 1893 ermöglicht das eintrittsfrei zugängliche „MedMuseum“ einen Überblick über die Entwicklung der Medizintechnik, die das Unternehmen seit mehr als 160 Jahren entscheidend geprägt hat – von der Röntgen- bis hin zur Labordiagnostik.

„Wir sind stolz darauf, mit unseren Innovationen seit vielen Jahrzehnten den Fortschritt der medizinischen Technik mitzubestimmen“, betonte Hermann Requardt, Vorstands­mitglied der Siemens AG und CEO Siemens Healthcare, bei der Eröffnung. „Das Sie­mens MedMuseum ist das einzige Museum des Konzerns. Das zeigt, dass Healthcare eine besondere Rolle spielt.“ Erfindungsreichtum und Tradition träfen sich bei Healthcare.

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Beispiele seien „verrückte Erfinder“ und Menschen mit Pioniergeist, die sich etwa einen Katheter selbst ins Herz geschoben oder Strahlenschäden am eigenen Leib in Kauf genommen hätten, um den Nutzen einer Innovation zu demonstrieren. „Irrwege und Entgleisungen gehören zur Geschichte  auch dazu“, sagte Requardt unter Verweis auf die Röntgentechnologie, die im dritten Reich dazu missbraucht wurde, Zwangs­sterilisationen durchzuführen. Auch diese Schattenseiten der Medizintechnikgeschichte werden im Museum thematisiert.

Die Exponate reichen vom Schlitteninduktor für Nervenbehandlungen (1847) und von der Röntgentechnik Anfang des 20. Jahrhunderts über eine „Hörbrille“ aus dem Jahr 1957 bis zu den Innovationen aus der Computertomographie und der Magnetreso­nanztomographie. Erläutert werden auch die Hintergründe und Funktionsweisen der Technologien.

Zudem zeichnet das Museum die Entwicklung der verschiedenen Vorläuferfirmen von Siemens Healthcare nach.

Schwerpunkt medizinische Bildgebung
Einen thematischen Schwerpunkt bildet dabei die medizinische Bildgebung, die mit der Nutzung der Röntgenstrahlen um die Wende zum 20. Jahrhundert begann. Eine Röntgenanlage aus dem Jahr 1902 von Friedrich Dessauer zeugt von den frühen Entwicklungen. Siemens hat sich frühzeitig auch mit der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT)  befasst und deren Entwicklung vorangetrieben. Dies belegt die erste deutsche MRT-Aufnahme aus dem Jahr 1980 – das Bild einer Paprika. Gezeigt werden außerdem die ersten Siemens-Systeme beider Modalitäten, der MRT-Scanner Magnetom (1983) und der für die Schädeldiagnostik entwickelte Computertomograph Siretom (1975).

Neben der Bildgebung werden unter anderem auch Exponate aus der Labordiagnostik, der Audiologie und der Zahnmedizin  präsentiert. So erinnert ein  Exponat beispielsweise an William Niendorf, der 1890 den ersten elektrischen Zahnbohrer Deutschlands gebaut hat.

An vielen Stationen können sich die Museumsbesucher Zusatzinformationen in Text und Bild auf zur Verfügung gestellten Tablet-Computern anzeigen lassen. Durch ein virtuelles Fenster ins Archiv erhalten sie Einblicke in die Arbeit des Siemens MedArchivs, das ebenfalls in den Museumsräumlichkeiten untergebracht ist. Der Bezug zum historischen Umfeld bleibt zudem stets erhalten: An mehreren Stationen kann man die einstige Maschinenhalle der 1890er Jahre in den Blick nehmen. © KBr/aerzteblatt.de

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