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Feldmann plädiert für alternative Wege in der Weiterbildung

Montag, 26. Mai 2014

Regina Feldmann

Berlin – „Wir müssen den jungen angehenden Kolleginnen und Kollegen alternative Wege aufzeigen, und wir müssen dafür sorgen, dass sie diese alternativen Wege auch gehen können.“  Mit diesen Worten hat Regina Feldmann bei der heutigen Vertreter­versammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dazu aufgerufen, die ambulante Weiterbildung in Praxen stärker als bisher zu fördern.

KBV-Vorstand Feldmann verwies auf Stellungnahmen von Teilnehmern des KBV-Foto­shootings für die Nachwuchskampagne „Lass Dich nieder!“. Viele hätten begeistert von ihren Erfahrungen bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erzählt. „Besonders der längere und intensivere Kontakt mit den Patienten, die flachen Hierarchien sowie die größere Eigenverantwortung und Flexibilität kommen gut an“, sagte sie.

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Feldmann verwies ergänzend auf eine Umfrage des Marburger Bundes unter jungen Ärzten zu deren Erfahrungen mit der Weiterbildung. Sie „sollte alle, die auf dem Status quo beharren, nachdenklich stimmen“. Zwei Drittel der Antwortenden hätten bemängelt, dass die geforderten Inhalte in der alltäglichen klinischen Arbeit nicht ausreichend vermittelt würden. Weitere Kritikpunkte waren, wie Feldmann erinnerte, zu wenig Anleitung durch erfahrene Ärzte, das häufige Fehlen strukturierter Weiterbildungspläne und unzureichendes Feedback. Zwar wollten dennoch viele später im Krankenhaus bleiben, doch insbesondere Frauen könnten sich vorstellen, auch im ambulanten Bereich tätig zu sein.

„Offensichtlich reicht das derzeitige Angebot bei weitem nicht aus, um auch diese Facette der Patientenversorgung kennenzulernen. Wohl auch deshalb halten 55 Prozent der Ärzte einen ambulanten Pflichtteil in einer ambulanten Einrichtung in ihrer Weiterbildung für wünschenswert“, befand Feldmann.

Feldmann schlägt eine Weiterbildungsstiftung vor – mit der Bundes­ärzte­kammer
Die KBV schlägt insgesamt vor, zukünftig ein größeres Angebot an ambulanten Abschnitten in der Aus- und Weiterbildung vorzusehen. In die medizinische Lehre müsse mehr investiert werden, „damit praxisrelevante Lehrveranstaltungen und Modell­studiengänge nicht dem Rotstift zum Opfer fallen“. Für eine zeitgemäße Facharzt-Weiterbildung müssten ambulant wie stationär ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden, lautet eine weitere Forderung. Darüber hinaus gehörten die bestehenden Förderprogramme ausgebaut. „Der Erfolg des Förderprogramms Allgemeinmedizin zeigt, dass es sich lohnt“, betonte Feldmann. Die Zahl der geförderten Ärzte sei bundesweit von 3.258 im Jahr 2010 auf 4.337 im Jahr 2013 gestiegen.

Feldmann plädierte zudem dafür, eine Stiftung zu gründen, um die Qualität der Weiter­bildung zu sichern, Weiterbildungsabschnitte zu koordinieren und die Finanzierung zu sichern. Sie muss ihrer Meinung nach dauerhaft angelegt sein und alle wichtigen Akteure einbeziehen, die auf diesem Feld tätig sind, ob sie sich finanziell beteiligen oder nicht. Ausdrücklich wandte sich Feldmann in diesem Teil ihrer Rede an den Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, der bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung zu Gast war, und sagte: „Wir möchten dies heute der Bundes­ärzte­kammer vorschlagen und bitten Sie, sich aktiv an der Umsetzung dieses Konzepts zu beteiligen.“

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hatte sich im Vorfeld der Versammlung in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ allerdings bereits ablehnend geäußert: „Ich glaube nicht, dass es zur Lösung des Problems beiträgt, durch eine staatliche Stiftung oder einen Fonds neue Bürokratie aufzubauen.“ © Rie/aerzteblatt.de

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