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Medizin

Syrien-Flüchtlinge häufig krebskrank

Montag, 26. Mai 2014

dpa

Genf – Standen in der Vergangenheit Mangelernährung und Infektionskrankheiten im Mittelpunkt der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, stellt der Syrienkrieg die Ärzte vor neue Herausforderungen. Eine Studie des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Lancet Oncology (2014; 15: e290-e297) zeigt, dass viele Flüchtlinge aus Syrien unter chronischen Erkrankungen und Krebs leiden. Für die Behandlung fehlt häufig das Geld.

Bürgerkriege in ärmeren Staaten südlich der Sahara stellten das UNHCR früher selten vor finanzielle Probleme. Die Kosten für Vitamine, Nährstofflösungen oder Antibiotika waren in der Regel gering, alle Patienten konnten problemlos versorgt werden. Die Situation in den aktuellen Krisen im Nahen Osten ist anders. Syrien war kein armes Land und die Flüchtlinge, die sich in Jordanien oder dem Libanon bei Ärzten vorstellen, leiden in der Regel nicht unter Nahrungsmangel oder akuten Infektionen.

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Häufiger sind es chronische Erkrankungen und Krebs. Vor allem die Krebsfälle greifen jedoch die Ressourcen der Hilfsorgnisation an, wie Paul Spiegel in einer Analyse der Anträge an den Exceptional Care Committee (ECC) zeigt, der im Einzelfall Zuschüsse für kostspielige medizinische Behandlungen gewährt.

In Jordanien entfiel in den Jahren 2010 bis 2012 ein Viertel aller Anträge auf Krebser­krankungen. Am häufigsten waren Brustkrebs und Darmkrebs. Das ECC konnte laut Spiegel nur etwa die Hälfte (48 Prozent) der Anträge genehmigen. Die wichtigsten Gründe für eine Ablehnung waren eine schlechte Prognose (43 Prozent der Fälle in 2011 und 31 Prozent in 2012) oder zu hohe Kosten der Behandlung   (25 Prozent in 2011). Im Jahr 2011 waren im Durchschnitt 11.540 US-Dollar beantragt worden, im Jahr 2012 waren es 5.151 US-Dollar. Bewilligt wurden jedoch nur 4.626 US-Dollar in 2011 und 3.501 im Jahr 2012.

Die Länder des Nahen Ostens haben die Flüchtlinge zuerst aus dem Irak und jetzt aus Syrien bereitwillig aufgenommen, berichtet Spiegel. Doch die massenhafte Zuwanderung habe das Gesundheitssystem auf allen Ebenen bis an die Grenzen beansprucht, zumal einige Länder wie Jordanien überproportional belastet würden. Das jordanische Ge­sund­heits­mi­nis­terium habe allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2013 insgesamt 53 Millionen US-Dollar für die medizinische Betreuung von Flüchtlingen bereitgestellt.

Die medizinische Versorgung der Flüchtlingscamps müsse dringend verbessert werden. Zu den Angeboten eines Flüchtlingslagers sollten seiner Ansicht nach auch Krebsvorsorgeuntersuchungen wie die Koloskopie und die Mammographie gehören. © rme/aerzteblatt.de

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