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Crystal Meth weiter auf dem Vormarsch

Mittwoch, 28. Mai 2014

dpa

Lissabon/Berlin – Der Gebrauch von Heroin geht in Europa etwas zurück, der Miss­brauch von Amphetaminen, Methamphetaminen (Crystal) und anderen synth­etischen Drogen nimmt aber zu. Das zeigt der Jahresbericht 2014 der Europäischen Beobach­tungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD). „Wir können in Deutschland und in Europa einen weiteren Rückgang des Heroinkonsums verzeichnen. Gleichwohl gilt es, die Rahmenbedingungen der Substitutionsbehandlung weiter zu verbessern“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). Sie hatte bereits Mitte April Zahlen für Deutschland vorgelegt. Danach registrierte die Polizei 2013 1.789 Erstkonsumenten. Das sind 14 Prozent weniger als 2012.

Laut dem Bericht der EBDD konsumieren in Europa rund 1,3 Millionen Menschen Heroin und andere Opiate. Bei den illegalen Drogen sind sie weiterhin die wichtigste Ursache für Gesundheitsschäden und Drogentodesfälle. In Europa befinden sich von den Opiatabhängigen mittlerweile über 735.000 in einer Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Buprenorphin. In Deutschland erreichen die Behandlungsangebote jeden zweiten Heroinabhängigen.

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Eine „ernsthafte Herausforderung“ sind laut Mortlier die Daten zum Konsum von Amphetaminen, Methamphetaminen sowie synthetischen Drogen. Mortler: „Noch ist der Konsum von Crystal Meth in Europa auf wenige Regionen beschränkt, in Deutschland ist dies die Grenzregion zu Tschechien. Wir müssen alles tun, dass sich die Verbreitung nicht ausweitet“, sagte die Drogenbeauftragte.

Während die Zahl erstauffälliger Konsumenten von Amphetamin beziehungsweise Methamphetamin in Deutschland nahezu konstant blieb, stieg deren Zahl bei kristallinem Methamphetamin – dem sogenannten Crystal – in 2013 in Deutschland auf 2.746 an, was einer Zunahme von etwa sieben Prozent entspricht.

„Das Drogenphänomen ist dynamisch und entwickelt sich ständig weiter“, warnte EBDD-Chef Wolfgang Götz in Lissabon. Mit den neuen Drogen versuchen Händler und Konsumenten, bestehende Verbote zu umgehen. Oftmals werden die in europäischen Labors hergestellten oder aus China und Indien importierten Rauschmittel als pflanzliches Räucherwerk, Badesalz, Silberputzmittel oder sogar Pflanzendüngemittel vertrieben. Dabei gewinnt das Internet als Marktplatz an Bedeutung-

Mortlier kündigte an, die deutsch-tschechische Zusammenarbeit auszubauen und die Prävention zu stärken. Außerdem seien wirksame Hilfsangebote für Konsumenten geplant.

Zum Cannabiskonsum in Europa stellt der EBDD-Bericht fest, dass weniger als ein Prozent tägliche Konsumenten dieser illegalen Droge sind. Allerdings hat in Deutschland wie anderen Ländern die Zahl der Hilfesuchenden zugenommen, die wegen eines häufigen Cannabiskonsums Beratungsstellen der Suchthilfe aufsuchen und sich in eine Erstbehandlung begeben. „Dies zeigt die hohen Gefahren des Cannabiskonsums insbesondere für junge Menschen. Der Forderung zur Legalisierung von Cannabis muss ich aus Gründen des Gesundheitsschutzes eine klare Absage erteilen“, sagte Mortlier. © hil/aerzteblatt.de

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