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Ärzteschaft

Den Öffentlichen Gesundheitsdienst aufwerten

Mittwoch, 28. Mai 2014

Düsseldorf – Erstmalig in der Geschichte des Deutschen Ärztetages wurde ein Tages­ordnungspunkt dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) gewidmet. „Der ÖGD ist eine tragende Säule des Gesundheitswesens“, betonte  Ute Teichert, Vorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD). Dennoch stehe der ÖGD deutlich im Schatten der ambulanten und stationären Versorgung. „Dieses Schatten­dasein verändert sich immer erst ein wenig, wenn Pandemien wie die Schwei­negrippe oder EHEC ausbrechen - dann wird der Ruf nach einem starken ÖGD laut“, führte Teichert fort.

Die Zahlen im ÖGD seien alarmierend: Lediglich 0,5 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen arbeiteten im ÖGD, auf einen Arzt jünger als 50 Jahre kämen fünf Ärzte über 50. „In zehn Jahren sind die meisten heute Aktiven im Ruhestand“, stellte Teichert fest.  Zudem sei jede siebte Facharztstelle im ÖGD länger als sechs Monate unbesetzt.

Ärzte verdienen beim Gesundheitsamt bis zu 1.000 Euro weniger als Ärzte im Krankenhaus
Grund für diese missliche Situation sei in erster Linie die schlechte Bezahlung im ÖGD, betonte die BVÖGD- Vorsitzende. Ärzte verdienten beim Gesundheitsamt bis zu 1.000 Euro weniger als Ärzte im Krankenhaus. Außerdem sei das Berufsbild des Amtsarztes gerade unter Medizinstudenten  wenig bekannt: Kürzlich habe erstmalig überhaupt eine Studentin ihr praktisches Jahr im ÖGD absolviert. „Es fehlt die universitäre Verankerung“, sagte Teichert. Sie bat die Ärzteschaft um Unterstützung bei der Beseitigung der herrschenden Missstände. Ganz entscheidend für eine Aufwertung des ÖGD sei, dass er im Präventionsgesetz ausreichend berücksichtigt werde.

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Udo Wolter, Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Brandenburg, stellte den  Ent­schließungsantrag des Vorstands der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) vor. Unter dem Titel „Herausforderungen im Öffentlichen Gesundheitsdienst – Standortbestimmung und Entwicklungsperspektiven“ fordert der Vorstand, dass die Träger des ÖGD in Bund, Ländern und Kommunen die Arbeitsfähigkeit und damit die Aufgabenerfüllung des ÖGD durch dessen ausreichende Finanzierung und damit eine anforderungsgerechte Personalausstattung sicherstellen.

Dem ÖGD als dritte Säule des Gesundheitswesens mit seinen vorrangigen Aufgaben im Bereich der Bevölkerungsmedizin, der Prävention, der Gesund­heits­förder­ung und der Gesundheitsberatung komme neben der ambulanten und stationären Versorgung ein besonderer Stellenwert zu. Der Antrag wurde mit einer großer Mehrheit der Delegierten angenommen.

Ärztetag fordert eine adäquate ärztliche Personalausstattung in den Gesundheitsämtern
Vor dem Hintergrund eines breiten, anspruchsvollen und wachsenden Aufgabenspek­trums fordert der Deutsche Ärztetag eine adäquate ärztliche Personalausstattung in den Gesundheitsämtern. Die derzeitige personelle Besetzung der ärztlichen Dienste in Gesundheitsämtern werde den Anforderungen in keiner Weise gerecht, heißt es in dem Beschluss.

Der mit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes im Bereich der Krankenhaus­hygiene in zentraler Rolle fungierende ÖGD verfüge nicht annähernd über die notwendigen personellen und sächlichen Ressourcen. Des Weiteren solle es eine Aufwertung des Faches „Öffentliches Gesundheitswesen“ in der medizinischen Ausbildung geben. Auf diese Weise könne das Interesse des medizinischen Nach­wuchses am ÖGD geweckt werden. 

Ferner müsse es eine angemessene Bezahlung für die im ÖGD tätigen Ärzte geben. Derzeit verdienten hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern erheblich weniger als entsprechend qualifizierte Krankenhausärzte. Die unzureichende Vergütung sei verantwortlich für einen eklatanten Personalmangel, der letztendlich zu einem Ausbluten des ÖGD führe. Dadurch gerate der Gesundheitsschutz der Bevölkerung in Gefahr. © Ol/aerzteblatt.de

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