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Medizin

Thorax-CT: Zufallsbefunde zeigen kardiale Risiken an

Donnerstag, 29. Mai 2014

Utrecht – Veränderungen an Herz und Gefäßen, die Radiologen häufig auf Computer­tomographien des Thorax erkennen, die aus anderen Gründen veranlasst wurden, könnten einer Studie in Radiology (Online) zufolge benutzt werden, um das kardio­vaskuläre Risikoprofil der Patienten besser zu beurteilen.

Zu den typischen Zufallsbefunden einer Computertomographie des Thorax gehören Verkalkungen der linken Koronarstenose (LAD-Bereich), der Mitralklappe oder der Aorta descendens. Für sich genommen haben sie keinen Krankheitswert, sie sind jedoch Anzeichen einer Atherosklerose wichtiger Blutgefäße.

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Ein weiterer für Kardiologen interessanter Parameter ist der Herzdurchmesser, der bei einer beginnenden Herzin­suffizienz zunimmt. Die Radiologin Pushpa Jairam vom Universitair Medisch Centrum Utrecht hat diese Parameter zusammen mit Alter und Geschlecht des Patienten und dem Anlass der Untersuchung in einer Kohorte mit dem Auftreten von späteren kardiovas­kulären Erkrankungen in Beziehung gesetzt.

Die Kohorte umfasste 10.410 Patienten, deren Untersuchung im Durchschnitt 3,7 Jahre zurücklag und von denen 1.148 Patienten inzwischen ein kardiovaskuläres Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten. Die Forscherin untersuchte zunächst eine Stichprobe, entwarf dann ein Risikomodell, das sie später an einer zweiten Kohorte überprüfte.

Ihr Modell erreichte einen statistischen C-Wert von 0,71 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,68 bis 0,74), der eine gute Vorhersage verspricht. Der C-Wert kann einen Wert von 0,5 (Zufall) bis 1,0 (exakte vorhersage) annehmen. Das Modell könnte im nächsten Schritt in einer prospektiven Studie überprüft und in existierende Instrumente wie den Framingham-Score (für die USA) oder den PROCAM-Score (für Europa) integriert werden, die derzeit zur Risikoabschätzung verwendet werden.

© rme/aerzteblatt.de

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