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Ärzteschaft

Ausreichende gesundheitliche Versorgung auch bei Finanzkrisen notwendig

Freitag, 30. Mai 2014

Düsseldorf – Einschnitte im Gesund­heitswesen aufgrund der Wirtschafts- und Finanz­krise derart zu gestalten, dass eine ausreichende gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung gewähr­leistet bleibt, hat der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, gefordert. „Auch angesichts einer veritablen Krise dürfen ethische Prinzipien nicht über Bord gehen“, sagte er vor den Delegierten des Ärztetages. Kurzfristige Einsparungen dürften nicht zur mittel- und langfristigen Verschlechterung der allgemeinen Gesundheitslage in den Krisenländern führen, so der BÄK-Präsident.

Transatlantisches Freihandelsabkommen
Der Ärztetag forderte die Europäische Kommission zu mehr Transparenz bei den Verhandlungen über die Transatlantische Handels und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten auf.

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Zudem forderten die Delegierten, Gesundheitsdienstleistungen nicht Gegenstand des Abkommens werden zu lassen. Planung und Investition von Einrichtungen der Daseinsvorsorge dürften nicht den freien Kräften des Marktes überlassen werden, so das Ärzteparlament.

Transparenz bei Arzneimittelstudien
Darüber hinaus forderte der Ärztetag die europäische Arzneimittelbehörde (EMA -European Medicine Agency) auf, einen ungehinderten und für die Wissenschaft praktikablen Zugang zu Studiendaten zu gewährleisten. Saubere und vollständige wissenschaftliche Informationen seien die Grundvoraussetzung für wissenschaftlich begründete ärztliche Entscheidungen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte vor einigen Tagen kritisiert, die neuen Pläne der EMA machten es praktisch unmöglich, die Daten auszuwerten.

Priorisierung bleibt Thema
Eine breite gesellschaftliche Debatte über Priorisierung in der Medizin hat der Deutsche Ärztetag gefordert. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt führten angesichts begrenzter Ressourcen zu großen Herausforderungen, die medizinische Versorgung auf dem heutigen Niveau aufrechtzuerhalten, erläuterte Jan Schulze, Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer und Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Priorisierung im Gesundheitswesen“, in einem Referat vor dem Ärzteparlament. Die Politik werde sich deshalb dem Thema Priorisierung nicht verschließen können, betonte Schulze.

Die Bundes­ärzte­kammer hatte bereits 2009 eine Debatte darüber angestoßen, wie trotz begrenzter Ressourcen eine gerechte Versorgung gestaltet werden kann. Dabei hatte die BÄK klargestellt, dass Priorisierung nur auf der Basis ärztlicher, ethischer, medizinisch- wissenschaftlicher und sozialer Kriterien erfolgen kann und Ergebnisse der Versorgungsforschung berücksichtigt werden müssen. Die Priorisierungsentscheidungen müssten transparent und öffentlich nachvollziehbar getroffen werden. © hil/aerzteblatt.de

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