Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Weltärztebund: Kritik an Intransparenz bei TTIP-Verhandlungen

Freitag, 30. Mai 2014

Otmar Kloiber /Jardai

Düsseldorf – Auf scharfe Kritik beim Weltärztebund (World Medical Association, WMA) stößt die Intransparenz bei den Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandels­abkommen (TTIP) mit den USA. „Sie geschehen im Geheimen und das halten wir für einen schweren Fehler“, betonte Otmar Kloiber, Generalsekretär der WMA, gestern vor Journalisten in Düsseldorf. „Ein solches Abkommen kann auch große Einflüsse auf die öffentliche Gesundheit haben, nämlich dann, wenn gesundheitliche Regelungen dadurch beeinflusst und möglicherweise auch behindert werden können, zum Beispiel durch Werbevorschriften oder Werbebeschränkungen“, befürchtet der Weltärztebund-Generalsekretär.

Die Grundpfeiler der im letzten Jahr beschlossenen revidierten Deklaration von Helsinki, Schutz der Privatsphäre sowie das informierte Einverständnis in klinische Studien (informed consent), sollen künftig auch Anwendung auf Biobanken finden. Das kündigte Ramin Parsa-Parsi, Leiter des Dezernats für Internationale Angelegenheiten der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), mit.

Der hohe Schutz, den die Deklaration von Helsinki vorgebe, solle beibehalten werden. Gleichzeitig seien aber die Anforderungen beim Umgang mit Daten bei Biobanken zu berücksichtigen, denn, so Parsi-Parsa: „Der Weltärztebund will notwendiger Forschung nicht im Wege stehen.“ Zurzeit gehe die Arbeit der Arbeitsgruppe in eine Phase, in der erste Entwürfe entstehen.

Parsa-Parsi betonte außerdem, dass sowohl die Bundes­ärzte­kammer als auch der Weltärztebund festgestellt hätten, dass Homosexualität keine Krankheit sei und keiner Heilung bedürfe. Eine entsprechende Resolution hatte der Weltärztebund im vergangenen Jahr verabschiedet. Homosexualität sei vielmehr eine Variante der sexuellen Orientierung.

Wenn homosexuell lebende Menschen unter psychischen Erkrankungen litten, so seien diese durch direkte oder indirekte Diskriminierung verursacht. „Der Weltärztebund hat sich klar gegen die Reparations- und Konversionstheorien ausgesprochen“, ergänzte Parsa-Parsi. Diese seien nicht nur unwirksam, sondern könnten sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken.

Auch der Deutsche Ärztetag verurteilte am Freitag jegliche Stigmatisierung Pathologisierung oder Benachteiligung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung. © Kli/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

30.05.17
Beschlussprotokoll des 120. Deutschen Ärztetags veröffentlicht
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat auf ihrer Internetseite das 372 Seiten starke Beschlussprotokoll des 120. Deutschen Ärztetags in Freiburg veröffentlicht. Das Dokument fasst Anträge und......
26.05.17
Novellierung der Weiterbildung nimmt nächste Hürde
Freiburg - Der 120. Deutsche Ärztetag hat grünes Licht für die weitere Beratung der Novellierung der (Muster-)Berufsordnung gegeben. In einer langen Debatte am letzten Sitzungstages stellten die......
26.05.17
Fehlanreize, Glyphosat, Ökonomisierung: Ärztetag fasst zahlreiche Beschlüsse
Freiburg – Fehlanreize, Glyphosat, Öko­nomi­sierung, Hausarztversorgung: Die 250 Delegierten des 120. Deutschen Ärztetags hat in Freiburg haben gestern zahlreiche Beschlüsse zu verschiedenen Aspekten......
25.05.17
Physician Assistant: Ärztetag befürwortet Modell zur Delegation
Freiburg – Der 120. Deutsche Ärztetag in Freiburg hat das Delegationsmodell „Physician Assistant“ (PA) zur Arztentlastung und -unterstützung befürwortet, das die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und die......
25.05.17
GOÄ: Ärztetag bestätigt Kurs
Freiburg – Der Deutsche Ärztetag hat der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) heute Rückenwind bei den kommenden Verhandlungen für eine Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) gegeben. Auf Zustimmung gestoßen......
25.05.17
Heilpraktikerwesen sollte reformiert werden
Freiburg – Der 120. Deutsche Ärztetag fordert eine Reform des Heilpraktikerwesens. Der Gesetzgeber müsse alle invasiven Maßnahmen sowie die Behandlung von Krebserkrankungen vom zulässigen......
25.05.17
Klärungsbedarf bei der Reproduktionsmedizin
Freiburg – Der Gesetzgeber muss klare und konsistente rechtliche Regelungen für die Reproduktionsmedizin schaffen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung müssten die offenen Fragen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige