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Weltärztebund: Kritik an Intransparenz bei TTIP-Verhandlungen

Freitag, 30. Mai 2014

Otmar Kloiber /Jardai

Düsseldorf – Auf scharfe Kritik beim Weltärztebund (World Medical Association, WMA) stößt die Intransparenz bei den Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandels­abkommen (TTIP) mit den USA. „Sie geschehen im Geheimen und das halten wir für einen schweren Fehler“, betonte Otmar Kloiber, Generalsekretär der WMA, gestern vor Journalisten in Düsseldorf. „Ein solches Abkommen kann auch große Einflüsse auf die öffentliche Gesundheit haben, nämlich dann, wenn gesundheitliche Regelungen dadurch beeinflusst und möglicherweise auch behindert werden können, zum Beispiel durch Werbevorschriften oder Werbebeschränkungen“, befürchtet der Weltärztebund-Generalsekretär.

Die Grundpfeiler der im letzten Jahr beschlossenen revidierten Deklaration von Helsinki, Schutz der Privatsphäre sowie das informierte Einverständnis in klinische Studien (informed consent), sollen künftig auch Anwendung auf Biobanken finden. Das kündigte Ramin Parsa-Parsi, Leiter des Dezernats für Internationale Angelegenheiten der Bundesärztekammer (BÄK), mit.

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Der hohe Schutz, den die Deklaration von Helsinki vorgebe, solle beibehalten werden. Gleichzeitig seien aber die Anforderungen beim Umgang mit Daten bei Biobanken zu berücksichtigen, denn, so Parsi-Parsa: „Der Weltärztebund will notwendiger Forschung nicht im Wege stehen.“ Zurzeit gehe die Arbeit der Arbeitsgruppe in eine Phase, in der erste Entwürfe entstehen.

Parsa-Parsi betonte außerdem, dass sowohl die Bundesärztekammer als auch der Weltärztebund festgestellt hätten, dass Homosexualität keine Krankheit sei und keiner Heilung bedürfe. Eine entsprechende Resolution hatte der Weltärztebund im vergangenen Jahr verabschiedet. Homosexualität sei vielmehr eine Variante der sexuellen Orientierung.

Wenn homosexuell lebende Menschen unter psychischen Erkrankungen litten, so seien diese durch direkte oder indirekte Diskriminierung verursacht. „Der Weltärztebund hat sich klar gegen die Reparations- und Konversionstheorien ausgesprochen“, ergänzte Parsa-Parsi. Diese seien nicht nur unwirksam, sondern könnten sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken.

Auch der Deutsche Ärztetag verurteilte am Freitag jegliche Stigmatisierung Pathologisierung oder Benachteiligung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung. © Kli/aerzteblatt.de

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