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Medizin

Zahl der Masernerkrankungen in den USA stark gestiegen

Freitag, 30. Mai 2014

Atlanta – In den USA sind in diesem Jahr bereits 288 Masernerkrankungen registriert worden, mehr als im gesamten letzten Jahr und mehr als in den letzten 20 Jahren bis zu diesem Zeitpunkt. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) führen die Erkrankungen in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR 2014; 63: 1-4) vor allem auf Importe aus den Philippinen zurück, die in Gemeinschaften mit religiösen und philosophischen Bedenken gegen eine Impfung auf fruchtbaren Boden fallen.

Obwohl die USA seit 2000 offiziell für masernfrei erklärt wurden und die Impfquote landesweit bei über 90 Prozent liegt, ist es auch in den letzten Jahren durch importierte Erkrankungen immer wieder zu vereinzelten kleinen Ausbrüchen gekommen. Noch nie seit dem Ende der endemischen Epidemien waren die Zahlen so hoch wie in den ersten Monaten dieses Jahres.

Laut Paul Gastañaduy vom National Center for Immunization and Respiratory Diseases der CDC in Atlanta wurden bis zum 23. Mai 288 Erkrankungen gemeldet. Der größte und noch anhaltende Ausbruch ereignete sich in Amish-Gemeinden in Ohio, wo es bisher zu 138 Erkrankungen gekommen ist.

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Die Amischen lehnen Impfungen aus religiösen Gründen ab, so dass Masern die gesamte Gemeinde bedrohen. Andere größere Ausbrüche hat es in Kalifornien (60) und New York City (26) gegeben. In Kalifornien ist die Impfquote vor allem in der San Francisco Bay Area gefallen, deren reichere Einwohner philosophische Bedenken anführen. In New York City ist vor allem Upper Manhattan betroffen.

Da die Masern nicht mehr wie früher etwa alle vier Jahre auftreten, erwischt es viele Ungeimpfte erst im Erwachsenenalter. Von den 288 Patienten waren 151 Patienten (52 Prozent) 20 Jahre oder älter. Der älteste war 65 Jahre. Insgesamt 43 Patienten (15 Prozent) wurden hospitalisiert, da es zu Komplikationen gekommen war wie Pneumonie (5 Patienten), Hepatitis (1), Panzytopenie (1) oder Thrombozytopenie (1). Enzephalitiden oder Todesfälle sind nicht aufgetreten.

In den USA wird bei jeder Erkrankung eine Genotypisierung des Erregers angestrebt, was die Zuordnung zum Ursprungsland erleichtert. Die meisten Erkrankungen werden derzeit aus den Philippinen eingeschleppt, wo eine Masern-Epidemie grassiert mit 32.000 gemeldeten Fällen (davon 6000 labormedizinisch bestätigt) und 41 Todesfällen in diesem Jahr.

Laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zeigen auch viele Masernerkrankungen in Europa derzeit „serologische und epidemiologische Verbindungen“ zu dem Masernausbruch in den Philippinen. Europa ist weiterhin nicht gegen größere Ausbrüche gefeit. In den letzten 12 Monaten (April 2013 bis März 2014) wurden 9.579 Erkrankungen gemeldet, 90 Prozent davon in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Rumänien und Großbritannien. © rme/aerzteblatt.de

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