NewsMedizinProstatakarzinom: Frühe Chemotherapie verlängert Leben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Prostatakarzinom: Frühe Chemotherapie verlängert Leben

Montag, 2. Juni 2014

pa

Boston – Nicht immer benötigen Fortschritte in der Krebstherapie neue Medikamente. Beim metastasierten Prostatakarzinom hat der frühzeitige Einsatz einer konventionellen Chemotherapie die Ergebnisse einer Androgendeprivation deutlich verbessert. Die Überlebenszeit wurde nach der auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellten Studie um mehr als ein Jahr verlängert.

Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom wird heute in der Regel zunächst zu einer Androgendeprivation geraten, die das Wachstum des Tumors über einige Zeit bremsen kann. Die Chemotherapie schließt sich erst später an, wenn es – früher oder später – zu einer Hormonresistenz gekommen ist. Die Studie E3805 (CHAARTED) hat dieser Strategie eine „Upfront“-Therapie gegenübergestellt, in der die Patienten parallel zur Androgendeprivation mit einer Chemotherapie begannen.

Anzeige

An der Studie nahmen 790 Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem Prostatakarzinom teil. Die Hälfte wurde auf eine konventionelle Androgendeprivation randomisiert, in der erst mit der Chemotherapie begonnen wurde, wenn es zu einem Tumorprogress gekommen war. In der Vergleichsgruppe erhielten die Patienten gleich ab Beginn der Studie Infusionen mit Docetaxel, die bis zu sechs Mal alle 21 Tage wiederholt wurden.

Die Studie war im Juli 2006 begonnen worden und sollte noch bis Juni 2015 fortgesetzt werden. Im Dezember 2013 wurde dann jedoch in einer Zwischenauswertung eine für die Krebstherapie deutliche Verlängerung der Überlebensraten gefunden, die die derzeitige Behandlungsstrategie infrage stellt.

Chemotherapie verlängerte die durchschnittliche Überlebenszeit um 14 Monate
Wie das Team um Christopher Sweeney vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston berichtet, verlängerte die Chemotherapie die durchschnittliche Überlebenszeit der Patienten von 44,0 auf 57,6 Monate, ein Plus von fast 14 Monaten. Bei Patienten mit ausgedehnten Metastasen stieg die durchschnittliche Überlebenszeit sogar von 32,2 auf 49,2 Monate, ein Plus von 17 Monaten. Des Weiteren konnte das progressionsfreie Überleben von 19,8 auf 32,7 Monate gesteigert werden.

Das sind Ergebnisse, die in der Krebsforschung nur selten beobachtet werden. Verlän­gerungen der Überlebenszeit von 2 bis 6 Monaten werden dort als Erfolg gefeiert. Und für die Zulassung eines neuen Wirkstoffs reichen oft nur wenige Wochen, solange der Unterschied signifikant ist. Dies wird durch hohe Teilnehmerzahlen erreicht, die die Kosten der klinischen Entwicklung und damit auch den Preis der Medikamente in die Höhe schrauben. Der Preis von Docetaxel wird dagegen nach der Studie nicht steigen, da das Taxan bereits als Generikum zugelassen ist.

Sweeney rechnet fest damit, dass die Ergebnisse der Studie die Therapie des Prostatakarzinoms verändern werden. Dazu müssten allerdings die Patienten von den Vorteilen überzeugt werden. Die frühzeitige Therapie ist für sie mit zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden. Am häufigsten kommt es zu einem neutropenischen Fieber und einer Neuropathie. In der Studie starb ein Patient an den Folgen der Therapie. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #685792
vladislav.ermolin
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:50

test

test
Avatar #685792
vladislav.ermolin
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:50

test

test
Avatar #685792
vladislav.ermolin
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:50

test

test
Avatar #685792
vladislav.ermolin
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:50

test

test
Avatar #685792
vladislav.ermolin
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:49

test

test
Avatar #685792
vladislav.ermolin
am Mittwoch, 4. Juni 2014, 10:49

test

test
LNS

Nachrichten zum Thema

2. Oktober 2020
London – Gleich drei randomisierte Studien haben in den vergangenen Jahren das optimale Timing für die Strahlentherapie nach einer radikalen Prostatektomie untersucht. Die Ergebnisse, die jetzt im
Prostatakarzinom: Radiotherapie nach Operation kann häufig warten
30. September 2020
Paris – Das Antiandrogen Darolutamid kann bei Patienten mit einem nicht-metastasiertem Prostatakarzinom, bei denen es unter einer Hormontherapie (Androgendeprivation) zu einem erneuten Anstieg des
Prostatakarzinom: Antiandrogen verlängert Leben nach Versagen der Androgendeprivation
26. September 2020
Lugano – Prostatakarzinome sind besonders aggressiv, wenn die Patienten eine BRCA2-Keimbahnmutation aufweisen. Noch schlimmer ist es, wenn zu dieser Mutation weitere kommen, wie Ergebnisse der
Personalisierte Therapie für das Prostatakarzinom rückt näher
26. September 2020
Lugano – Langzeitdaten aus der STAMPEDE-Studie belegen, dass der Überlebensvorteil der Therapie von Patienten mit hormonnaivem metastasiertem Prostatakarzinom bei Therapie mit Abirateron und
Prostatakarzinom: Vertiefter Hormonentzug bewährt sich weiter
26. September 2020
Lugano – Bei einem neu diagnostizierten Prostatakarzinom, das bereits einige Metastasen gebildet hat, kann die radikale Lokaltherapie wahrscheinlich das progressionsfreie Überleben verbessern. Das
Oligometastasiertes Prostatakarzinom: Radikale Lokaltherapie sinnvoll?
26. September 2020
Lugano – Erhalten Patienten bei einer weit fortgeschrittenen Prostatakarzinomerkrankung eine Chemotherapie, ist ihre Lebensspanne nur noch sehr begrenzt. Umso wichtiger ist es, auch über die
Prostatakarzinom: Aufklärung vor Chemo sollte auch Lebensqualität berücksichtigen
25. September 2020
Lugano –Patienten, die an einem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinoms (mCRPC) mit genetischen Veränderungen in homologen rekombinanten Reparaturgenen leiden, können zukünftig von der
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER