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Keine Trendwende bei sinkender Zahl von Organspenden in Sicht

Dienstag, 3. Juni 2014

Frankfurt/Main - Nach dem Transplantationskandal in Deutschland ist bei den Spender­zahlen bislang keine Trendwende in Sicht: In den ersten vier Monaten dieses Jahres sank die Zahl der Organspender erneut. Von Januar bis April wurden 287 Verstorbenen Spenderorgane entnommen, im Vorjahreszeitraum waren es noch 301 Spender, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte.

Die Zahl der nach dem Tod gespendeten Organe stagnierte: Von Januar bis April wurden insgesamt 1.044 Organe gespendet und damit in etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der sogenannten postmortalen Transplantationen lag in den ersten vier Mona­ten bei 1.069; das waren 20 weniger als im Vorjahreszeitraum. Es gab hierzulande mehr Transplantationen als Spenden, weil Deutschland über den Eurotransplant-Verbund auch Organe aus anderen Ländern erhält. Die Lebendspenden, also die Übertragung etwa einer Niere von einem lebenden Spender, wurden bei der Zählung nicht berück­sichtigt.

Die Organspenden waren in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen, nachdem 2012 an mehreren Universitätskliniken Manipulationen bei Lebertransplantationen aufgedeckt worden waren. Das hatte zu einem schweren Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Organspende geführt. Im vergangenen Jahr wurde ein historischer Tiefstand erreicht mit lediglich 876 Spendern.

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Das waren rund 16 Prozent weniger als im Jahr davor. 2011 hatte es noch gut 1.200 Spender gegeben. In Deutschland warten derzeit um die 11.000 schwer kranke Menschen dringend auf ein Spenderorgan. Allein 8.000 Menschen benötigen eine neue Niere. Das sind etwa dreimal so viele Patienten, wie Transplantate vermittelt werden können.

Zum Tag der Organspende am Samstag wollen Organisationen und Patientenverbände wieder mit zahlreichen Aktionen rund um das Thema informieren. Die zentrale Veranstaltung findet in diesem Jahr in Stuttgart statt. © afp/aerzteblatt.de

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