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Politik

Präimplantations­diagnostik: Sechs Bundes­länder wollen Ethikkommision gründen

Dienstag, 3. Juni 2014

Stuttgart – Baden-Württemberg will zusammen mit Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und dem Saarland eine gemeinsame Ethikkommission für Präimplantations­diagnostik (PID) einrichten. Einem entsprechenden Entwurf eines Abkommens zwischen den sechs Bundesländern stimmte die grün-rote Landesregierung am Dienstag in Stuttgart zu, wie das Ge­sund­heits­mi­nis­terium mitteilte.

Die geplante Kommission sei eine zentrale Einrichtung zur Durchführung der Präim­plantationsdiagnostik und unterstütze „die Zielrichtung des Gesetzgebers, die Behandlung nur ausnahmsweise und nur unter strengen Vorgaben zuzulassen“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Katrin Altpeter (SPD). Die norddeutschen Bundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg hatten bereits im Frühjahr eine gemeinsame Ethikkommission eingerichtet. Im März wurde in Lübeck das erste deutsche PID-Zentrum zugelassen.

Der Bundestag hatte nach heftigen Debatten bereits 2011 ein Gesetz verabschiedet, das die PID grundsätzlich verbietet, sie aber Paaren erlaubt, bei denen beide eine Veranla­gung für eine schwere Erbkrankheit in sich tragen oder die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Tot- oder Fehlgeburt rechnen müssen. Kritiker wie Vertreter der Kirchen und Behindertenorganisationen warnen vor einem ethischen Dammbruch. Nach derzeitigen Schätzungen wird bundesweit mit rund 250 bis 300 Präimplantationsdiagnostiken pro Jahr gerechnet.

Für die genaue Umsetzung, für die die Länder verantwortlich sind, hat der Bund im Januar eine Verordnung in Kraft gesetzt. Ein Sprecher des baden-württembergischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums betonte am Dienstag, die Landesregierung hoffe, dass sich die hiesige Ethikkommission noch in diesem Jahr konstituieren könne. Sie solle bei der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg in Stuttgart angesiedelt werden.

Ihr sollen acht Fachleute, darunter Genetiker, Gynäkologen, Kinderärzte und ein Vertreter einer Behindertenorganisation angehören. Die Kirchen wollen sich nicht beteiligen, da sie die mit der PID verbundene Vernichtung von Embryonen grundsätzlich ablehnen.

© kna/aerzteblatt.de

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