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Medizin

Studie:Schlechte Nierenfunktion erhöht in Karzinomrisiko

Mittwoch, 4. Juni 2014

Salt Lake City – Eine eingeschränkte Nierenfunktion könnte ein Risikofaktor für die Entstehung von Karzinomen in Bereich von Nieren und ableitenden Harnwegen sein. Im Journal of the American Society of Nephrology berichten Forscher um Leitautor William Lowrance vom University of Utah's Huntsman Cancer Institute über die Ergebnisse ihrer Kohortenstudie (http://dx.doi.org/10.1681/ASN.2013060604 ).

Für die Entstehung von Nierenkarzinomen spielen eine Reihe verschiedener Risiko­faktoren eine Rolle. Neben Rauchen und einigen Medikamenten gilt auch das chronische Nierenversagen als ein möglicher Risikofaktor für die Entwicklung. Laut den Forschern liegen jedoch wenige gesicherte Daten vor, inwiefern schon eine geringergradig einge­schränkte Nierenfunktion die Krebsentstehung begünstigen könnte.

In den USA seien rund 11,5 Prozent der Bevölkerung von einer reduzierten Nieren­funktion oder eine Proteinurie betroffen. Eine glomeruläre Filtrationsrate von unter 60 ml/min wurde von den Wissenschaftler als eine zumindest geringgradige Einschränkung der Nierenfunktion gewertet.

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1.190.538 Patienten, die in den Datenbanken der Kaiser Permanente in Nord-Kali­fornien, einem US-amerikanischen Unternehmen der Gesundheitsfürsorge, erfasst wurden, konnten die Forscher in ihre Studie einschließen. Die Patienten der Studien­kohorte waren älter als 40 Jahre, zwischen 2000 und 2008 wurde ihre glomeruläre Filtrationsrate bestimmt.

Keiner der Teilnehmer wurde zuvor dialysiert, war transplantiert oder war bereits zuvor an Krebs erkrankt. Nach einem durchschnittlichen Follow-Up von 5,04 Jahren analysierten die Forscher den Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und einer leichten (45-60ml/min), einer mittelgradigen (30-45 ml/min) und einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion ( <30 ml/min).

Sie stellten fest, dass eine geringe Einschränkung der Nierenfunktion das Risiko für Nierenkarzinome bereits um 39 Prozent erhöhte und schwere Einschränkungen um 129 Prozent. Für die Entstehung anderer Krebsarten wie Brust, Lungen oder Darmkrebs stieg das Risiko jedoch nicht. Bei glomerulären Filtrationsraten unter 30 ml/min stieg jedoch das Risiko für Urothelkarzinome um rund 48 Prozent.

Die Forscher vermuten, dass chronische Entzündungsprozesse, die die Herabsetzung der Nierenfunktion verursachen, ein möglicher ätiologischer Faktor für die Entstehung der Karzinome ist. Im Hinblick auf die Ergebnisse sei es notwendig weiter zu untersuchen, ob die betroffenen Patienten von Präventionsmaßnahmen profitieren könnten, so die Wissenschaftler.

© hil/aerzteblatt.de

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