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Mainz: Minimal-invasive Therapie undichter Mitralklappen etabliert

Mittwoch, 4. Juni 2014

Mainz – Kardiologen der Universitätsmedizin Mainz haben seit Mitte 2010 bei knapp 200 Patienten undichte Mitralklappen minimal-invasiv behandelt. Damit zählt die Universitäts­medizin für diesen minimal-invasiven Therapieansatz zu den größten Zentren weltweit.

Das Verfahren gilt als schonend und kommt insbesondere bei als nicht mehr operabel geltenden Hochrisikopatienten mit schwerem Herzklappenfehler zum Einsatz. „Über eine nur 0,8 Zentimeter große Punktion der Vene in der Leiste schieben wir einen Katheter ins Herz und platzieren dann an der richtigen Stelle einen MitraClip.

Der unter Vollnar­kose durchgeführte Eingriff dauert nur zwischen 60 und 120 Minuten“, erläutert der stellvertretende Leiter Interventionelle Klappentherapie mit Schwerpunkt Mitralklappen­therapie in Mainz, Ralph Stephan von Bardeleben. Kurz nach dem Eingriff seien mehr als 95 Prozent der Patienten ansprechbar und könnten auf eine Monitor­station verlegt werden. Die Erfolgsrate des Eingriffs liege an der Universitätsmedizin Mainz bei über 99 Prozent.

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Die Insuffizienz der Mitralklappe betrifft besonders ältere Menschen. Noch vor wenigen Jahren war ein herzchirurgischer Eingriff das letzte Mittel, sobald die Undichtigkeit ein bedrohliches Ausmaß angenommen hatte und eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichte. Doch bei älteren Patienten kann eine herkömmliche Operation ein zu großes Risiko darstellen.

Dass es einen grundsätzlich hohen Bedarf für neue Therapieverfahren bei Mitralklappeninsuffizienz gibt, verdeutlicht der Herzklappenbericht der europäischen Gesellschaft für Kardiologie von 2007. Daraus geht hervor: Rund die Hälfte der symptomatischen schweren Mitralklappeninsuffizienzen werden aufgrund von Alter, Nebenerkrankungen und Sterblichkeitseinschätzung sowie Gebrechlichkeit nicht behandelt.

Unbehandelte schwere Herzklappenfehler führen aber zu Luftnot, Verschlechterung der Herzfunktion, Vergrößerung der Herzkammern und teilweise zu einem vorzeitigen Tod. „Mit der neuen Kathetertechnik haben wir das bereits umfangreiche chirurgische Angebot um das Spektrum von fast inoperablen Patienten sinnvoll erweitert“, sagte Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik an der Universi­tätsmedizin Mainz. © hil/aerzteblatt.de

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