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Politik

Koordinierungsstelle soll Telemedizin in Baden-Württemberg voranbringen

Mittwoch, 4. Juni 2014

Stuttgart/Mannheim – Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg richtet eine landesweite Koordinierungsstelle Telemedizin ein. Sie solle dafür sorgen, dass Teleme­dizinprojekte Prototypenentwicklung und Pilotphase überdauern und langfristig die Chance erhalten, als evidenzbasierte Medizin anerkannt und in die Regelversorgung überführt zu werden, erläuterte die Wissenschaftsministerin des Landes, Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen). „Telemedizin bietet angesichts des demografischen Wandels gerade im ländlichen Raum die Chance auf eine bessere Versorgung chronisch kranker Menschen“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Katrin Altpeter (SPD).

Die neue Stelle dient als Ansprechpartner für alle, die ein Projekt im Bereich der Telemedizin planen oder Partner für Telemedizinprojekte suchen. Sie soll zum Beispiel zwischen medizinischen Einrichtungen, Herstellern von Medizinprodukten, Verbänden und Patienten vermitteln, um die Entwicklung telemedizinischer Anwendungen und Geräte und deren Implementierung in die medizinische Versorgung voranzubringen. Dazu soll sie eng mit der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg zusammenarbeiten.

Viele Telemedizinprojekte kommen über die Pilotphase nicht hinaus
Eine 2013 im Auftrag des Baden-Württembergischen Sozialministeriums erstellte Studie hat gezeigt, dass viele Telemedizinprojekte nicht über die Pilotphase hinauskommen. Es fehle die Anschlussfinanzierung durch die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung, da es bislang keine Abrechnungsziffern für die Vergütung ambulanter telemedizinischer Leistungen gebe.

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Ein Grund hierfür sei, dass Telemedizin-gestützte Versorgungs- und Behandlungs­methoden bisher nur vereinzelt zeigen konnten, dass sie Vorteile für die Patienten bringen beziehungsweise zumindest gleichwertig sind oder die Behandlung kostengünstiger gestalten. Davon seien auch Hersteller von Medizinprodukten betroffen: Ihnen fehle der Absatzmarkt und sie investierten nicht weiter in Innovationen.

Die neue Koordinierungsstelle ist am Institut für Medizintechnologie (IMT) angesiedelt, einer gemeinsamen Einrichtung der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim. Die Förderung durch das Wissenschafts­ministerium dient als fünfjährige Anschubfinanzierung, danach soll sich die Koordi­nierungsstelle als Verein selbst tragen. © hil/aerzteblatt.de

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